Lesezeit 15 Min
Politik

Trumps Triumph

Reaktionen, Hintergründe und Analysen zu Donald Trumps Erdrutschsieg

Gino Santa Maria / Shutterstock.com
von
Matthias Beermann
,
Frank Herrmann
und
Godehard Uhlemann
Lesezeit 15 Min
Politik

Lesen Sie in dieser Pocketstory!

Der amerikanische Brexit von Matthias Beermann

Erst Ohio, dann Iowa – Amerika sieht rot von Frank Herrmann

Der Anti-Idealist von Godehard Uhlemann

Der amerikanische Brexit

​Kaum jemand hat den Erdrutschsieg von Donald Trump kommen sehen, dabei gab es durchaus Anzeichen. Wie schon beim britischen EU-Referendum gaben Wähler den Ausschlag, die von Meinungsforschern und Medien nicht ernst genug genommen wurden.

von Matthias Beermann

DÜSSELDORF Es ist ein Debakel, ein einziges Desaster. Ein ganzer Hagel von Meinungsumfragen war in den letzten Tagen vor der US-Wahl auf das Land niedergegangen, und das Ergebnis schien eindeutig: Hillary Clinton macht das Rennen, wenn auch knapp. Von 67 Befragungen sahen lediglich vier Donald Trump vorne. Aber sie wurden ignoriert. Und so ist die faustdicke Trump-Überraschung nicht nur den Demoskopen zuzuschreiben, sondern auch dem Versagen der amerikanischen Medien. Sie haben das Ausmaß der Wut eines großen Teils der Wählerschaft völlig unterschätzt – oder auch verdrängt. Dass ein so vulgärer und schamloser Kerl wie Donald Trump Präsident werden sollte, das konnte einfach nicht sein. „Die Medien wollten es einfach nicht glauben. Also schauten sie weg“, schreibt die „Washington Post“ selbstkritisch. Viele fühlen sich erinnert an das britische EU-Referendum, dessen Ausgang auch niemand vorhergesehen hatte. Gestern erlebte Amerika seinen Brexit.

Was ist geschehen? Kurz gesagt: Trump hat seine Hauptzielgruppe weit stärker mobilisieren können als Clinton ihre Klientel. Trump zielte parteiübergreifend vor allem auf Wähler, die vom politischen Establishment in Washington…

Jetzt weiterlesen für 0,54 €
10.11.2016