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Politik

Tauchgang

Mit persönlichen Gesprächen wie beim Besuch des deutschen U-Boot-Geschwaders versucht Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.

By German Embassy London [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons
von
Gregor Mayntz
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Politik

Eckernförde Zum ersten Mal in ihrem Leben steigt Ursula von der Leyen in ein U-Boot. Durch das Batterie-Montage-Luk mitten hinein in eine andere Welt. Die Kojen heißen hier Böcke, der Koch ist der Smut, und die Toilette wird Bongo genannt. Die genaue Sprache ist wichtig für die Truppe. Die Ministerin weiß das, seit sie „der“ Bundeswehr pauschal ein „Haltungsproblem“ unterstellt hat. Ende April war das. Und seitdem ist die Stimmung unter den Soldaten gegenüber der ersten Frau in diesem Amt eskaliert. Immer wieder bricht sich das Rumoren Bahn in scharfe Kritik. Der sonst um einen diskret-effizienten Gesprächskanal zur Ministerin bemühte Bundeswehrverbandschef André Wüstner kam aus den eigenen Reihen so unter Druck, dass er sich verpflichtet sah, die Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt bei einem Sommerempfang halböffentlich fundamental zu attackieren. Das Wort Kampfansage soll gefallen sein.

Das ist der Hintergrund für von der Leyens Offensive, ganz viel Nähe zur Truppe zu zeigen. In Zeiten, in denen andere urlaubten, um Kraft für die heiße Phase des Wahlkampfes zu tanken, startete sie eine Sommertour durch über ein Dutzend Standorte. Für sie neu ist das Bemühen, stets viel Zeit für das persönliche Gespräch ohne Medien zu haben. Der Schwerpunkt lag zu Beginn ihrer Amtszeit deutlich anders. Da war die Truppe oft Kulisse für die inszenierten Von-der-Leyen-räumt-beim-Militär-auf-Festspiele. Jetzt sagt sie den Medien lediglich, dass es „guttut“,…

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23.08.2017