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Verbrechen

Sind Ausländer krimineller?

Die Übergriffe am Kölner Hauptbahnhof haben die Debatte um Zuwanderung neu entfacht. Es kursieren Meinungen und Mythen. Ein Beitrag zur Aufklärung.

Jacob Lund / shutterstock.com
von
Michael Bröcker
,
Reinhard Kowalewsy
und
Birgit Marschall
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Verbrechen

Sind Ausländer krimineller?

Nein. Nach einem Lagebild des Bundeskriminalamts (BKA) vom November wuchs die Kriminalität bei Flüchtlingen unterproportional zum Anstieg der Zuwanderung. Dazu hatte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) erklärt: „Insgesamt zeigen uns die verfügbaren Tendenzaussagen, dass Flüchtlinge im Durchschnitt genauso wenig oder oft straffällig werden wie Vergleichsgruppen der hiesigen Bevölkerung.“ Auch der Münsteraner Kriminologe Christian Walburg kommt in einem Gutachten 2014 über den Zusammenhang zwischen Migration und Straftaten zu dem Schluss, dass erwachsene Einwanderer „insgesamt eher nicht vermehrt durch Straftaten“ auffielen. Ausländische Jugendliche würden in den vergangenen Jahren eher seltener als Straftäter aktenkundig, wobei es einen „besonders deutlichen Rückgang“ bei den Gewalttaten gebe.

Ist die Kriminalität durch die Flüchtlinge gestiegen?

Ja, absolut gesehen. Denn die Zahl der Personen, die straffällig werden können, ist ja gestiegen. Dabei geht es meist um Diebstahl oder einfache Körperverletzung (meist in den Unterkünften zwischen den Gruppen). Polizeibehörden, NRW-Innenministerium und die Gewerkschaft der Polizei weisen aber daraufhin, dass es keine überproportionale Kriminalität von Flüchtlingen gibt. „Es gibt keine Auffälligkeiten“, sagt der NRW-Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Arno Plickert. Laut Institut für Kriminalwissenschaften der Uni…

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11.01.2016