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Verbrechen

Siegfried Bubacks Bodyguard erzählt

Der ehemalige Generalbundesanwalt Siegfried Buback wurde vor vierzig Jahren von RAF-Terroristen erschossen. Egon Rapp war der Personenschützer von Buback und überlebte das Attentat – weil er an diesem Tag ausnahmsweise frei hatte.

By Klaus-Dieter Keller, Germany (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons
von
Tobias Roth
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Verbrechen

Pfinztal Die Holzdecke hängt heute noch. Egon Rapp steht im Flur und zeigt mit dem Finger nach oben. „Das ist sie“, sagt er. Das ist die Holzdecke, die ihm das Leben gerettet hat. Das klingt komisch, ist aber wahr. Egon Rapp, 73 Jahre alt, pensionierter Kriminalbeamter, gehört zu den Menschen, deren Leben ein einziges Ereignis in ein Davor und ein Danach einteilt. Bei Rapp war das der Gründonnerstag des Jahres 1977. Egon Rapp war damals Siegfried Bubacks Bodyguard, wie man heute sagen würde. Rapp war bei der Kriminalpolizei Karlsruhe im Fachdezernat Fahndung, das unter anderem auch für die Betreuung gefährdeter Personen zuständig war. Besonders viele gefährdete Personen gab es damals nicht. Eigentlich ging es nur um den Generalbundesanwalt. Und Rapp war sein Personenschützer.

Rapp hatte Schreiner und Glaser gelernt, ein sportlicher junger Mann, ein talentierter Fußballer, der schon als 17-Jähriger mit dem 1. FC Ersingen in der damals vierthöchsten Spielklasse aufgelaufen war. Erst mit 26 Jahren ging Egon Rapp zur Polizei. Zu diesem Zeitpunkt war er schon verheiratet und hatte eine kleine Tochter.

Über ein Jahr hatte er Buback begleitet, bis dieser Tag kam: der 7. April 1977. Gründonnerstag. Aber eigentlich beginnt die Geschichte von Egon Rapp einen Tag vorher.

Ostern steht vor der Tür, die Rapps erwarten Besuch. Und Egon Rapp würde davor noch gerne die Baustelle in seinem Flur beseitigen, er will eine weiße Holzdecke…

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07.04.2017