Lesezeit 4 Min
Politik

„Rocket attack! Rocket attack!“

Unser Autor beschreibt den jüngsten Angriff von Taliban-Kämpfern auf das Nato-Lager im afghanischen Kandahar.

von Staff Sgt. Quinton Russ (https://www.dvidshub.net/image/630928) [Public domain], via Wikimedia Commons
von
Hans Onkelbach
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Politik

KANDAHAR Kandahar Airfield, Afghanistan, einen Tag nachdem die Taliban das riesige Nato-Camp im Süden des Landes mit Raketen und Kämpfern attackiert haben. Obwohl der Angriff noch nicht komplett beendet ist, dürfen sich die Menschen in diesem Teil des Lagers mittlerweile wieder frei bewegen – allerdings nur mit Helm und Splitterweste. Die meisten halten sich an die Anweisung, andere haben die viele Kilo schwere Schutzausrüstung nur in Griffweite.

Aus der Ferne sind Schüsse zu hören. Überall Soldaten in ihren beigebraunen Kampfanzügen, alle tragen Sturmgewehre, in der Luft kreisen Helikopter der US-Streitkräfte, vom nahen Flughafen starten Kampfjets.

Am Dienstagabend hatte der Angriff begonnen, gegen 17 Uhr, bei Einbruch der Dunkelheit: Sirenen heulen, eine Frauenstimme gellt aus den über das Areal verteilten Lautsprechern. „Rocket attack! Rocket attack!“

Im Camp herrscht gespannte Stimmung, aber keine Angst. Man kennt die Gefahr

Wer draußen unterwegs ist, verlässt sofort sein Fahrzeug, rennt zum nächsten Bunker. Diese Schutzräume stehen überall auf dem Gelände: garagenähnliche Bauwerke, zehn Meter lang, zwei Meter hoch, zwei Meter breit; 40 Zentimeter dicke Betonwände mit einer noch wuchtigeren Decke. Leicht versetzte,…

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10.12.2015