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Gesellschaft

Rettet den Religionsunterricht

Der konfessionelle Unterricht in NRW steckt in der Krise. Schulen dürfen nun katholischen und evangelischen Unterricht abwechselnd in derselben Klasse anbieten – ein Zukunftsmodell. Trotzdem ist der Frust beträchtlich.

geralt / pixabay.com
von
Frank Vollmer
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Gesellschaft

Düsseldorf/Köln Wer sich die rechtlichen Grundlagen des Religionsunterrichts hierzulande ansieht, der könnte zum Schluss kommen: alles bestens! Das Grundgesetz legt Religion als ordentliches Lehrfach in „Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften“ fest; Nordrhein-Westfalens Verfassung postuliert darüber hinaus noch „Ehrfurcht vor Gott“ als Erziehungsziel. Alles bestens also?

Von wegen. Der Religionsunterricht in NRW steckt in der Krise – immer weniger Schüler nehmen teil, besonders an Grund- und Realschulen. Die christliche Prägung insgesamt lässt nach, im Ruhrgebiet stellen Muslime an Grundschulen bereits mancherorts die (relative) Mehrheit. Folge alldessen: Schulen haben wachsende Probleme, Religion nach Konfessionen zu unterrichten. Im Gegensatz dazu kennt der neue islamische Religionsunterricht keine Aufgliederung in Schiiten und Sunniten – ein organisatorischer Vorteil.

Änderung tut also not. Ab dem kommenden Schuljahr können alle Schulen im Land daher Religion „kooperativ“ anbieten: katholische und evangelische Lehrer in derselben Klasse, abwechselnd, mit je eigenem Lehrplan. Was als Zukunftsmodell gedacht war, verursachte schnell Streit: Zwar haben alle drei evangelischen Landeskirchen die Vereinbarungen unterschrieben, aber nur vier der fünf katholischen Bistümer – Köln macht nicht mit. Der Ärger zwischen den Konfessionen und unter den Katholiken war beträchtlich.

Das neue Modell soll auch einer…

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29.01.2018