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Verbrechen

Panama: Rätselhafte Spur nach Meerbusch

Firmen, Stiftungen und Treuhänder sollen auf Betreiben einer Kanzlei in Panama in 200.000 Briefkastenfirmen investiert haben. In einer Datenbank findet sich die Adresse eines Meerbuschers. Und der weiß nicht, wie ihm geschieht.

Marcos Amend / shutterstock.com
von
Sebastian Peters
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Verbrechen

MEERBUSCH Eine Siedlung in der Nähe der Autobahn, vor dem Haus steht ein wertiger Pkw, dahinter ein großes Grundstück, das Haus ist sichtlich in die Jahre gekommen – alles andere als Luxus. Und hier soll eine Person wohnen, die über eine Kanzlei in Panama in Briefkastenfirmen investiert hat?

Das Internationale Konsortium Investigativer Journalisten (ICIJ) hat am Montag Adressen und Firmennamen von Protagonisten der Panama Papers ins Netz gestellt, seitdem kann weltweit jeder nach ihnen in einer Datenbank suchen. Sie soll nach Angaben der Betreiber Adressen jener Firmen, Personen oder Treuhänder auswerfen, die über die Anwaltskanzlei Mossack Fonseca in Panama Geld in Briefkastenfirmen investiert haben. Die Daten sind öffentlich, jeder kann zugreifen, entsprechend wird in den Städten der Region spekuliert – für Moers und Neuss weist die Datenbank zwei Treffer aus, für Krefeld einen, für Düsseldorf einen, für Duisburg vier. Und in Meerbusch, der Stadt mit der höchsten Millionärsdichte Deutschlands?

Der Datensatz zeigt beim Suchbegriff „Meerbusch“ exakt eine Adresse an. Und die führt nicht etwa in eines der Reichenviertel, sondern an den nördlichen Stadtrand, in eine ältere Einfamilienhaussiedlung im Stadtteil Strümp.

Als unsere Redaktion am Haus der angegebenen Adresse klingelt, öffnet ein Rentner. Der Mann wirkt überrascht. „Was soll ich gemacht haben?“ Er will seinen Namen nicht in der Zeitung lesen, aber er spricht offen: „…

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11.05.2016