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Politik

Nicht ohne die Briten

Die EU ringt um Großbritanniens Zukunft in der Staatengemeinschaft. Deutsche Politiker sind sich einig: Das Königreich muss bleiben.

360b / Shutterstock.com
von
Jan Drebes
,
Birgit Marschall
und
Gregor Mayntz
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Politik

BERLIN Wenn das Royale von der Insel auf den Kontinent kommt, findet die britische Königsfamilie vor allem in Deutschland viele und treue Fans. Wenn Angela Merkel beim Gipfel in Schweden von Gastgeber Fredrik Reinfeldt ins Vier-Plätze-Ruderboot gebeten wird, dann setzt sie sich nicht zu Mark Rutte, sondern zum britischen Premier David Cameron. Und während derselbe Cameron beim jüngsten Gipfel in Brüssel die ganze Nacht für Zugeständnisse an die Briten kämpfen wollte, dann sprach eine schon nach kurzer Zeit von Verständnis und Entgegenkommen: die Bundeskanzlerin.

Es sind Bilder und Signale wie diese, die die deutsche Sicht auf den „Brexit“, also den Austritt, den Exit, der Briten aus der EU, prägen. Und sie wird nicht zuletzt durch zwei Doppelstaatler in der politischen Führung unterstrichen. Im CDU-Bundesvorstand wirkt ein Deutsch-Brite, der frühere niedersächsische Regierungschef David McAllister (44); sein Vater war Angehöriger der britischen Armee in Berlin. Und an der Spitze der SPD arbeitet nun eine Deutsch-Britin, die neue Generalsekretärin Katarina Barley (47); ihr Vater war Redakteur bei der Deutschen Welle in Köln.

Die Beziehungen sind tief verwurzelt, wie die in Düsseldorf schon 1949 gegründete Deutsch-Britische Gesellschaft mit vielfältigen Aktivitäten zeigt. Von Bonn bis Flensburg reichte die britische Besatzungszone. Hier wurde die angelsächsische Tradition des Parlamentarismus zum Maßstab für die Demokratisierung in…

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19.12.2015