Lesezeit 4 Min
Technik

Mordvideo überschattet Zuckerbergs Show

Auf der Facebook-Entwicklerkonferenz will Konzernchef Mark Zuckerberg in erster Linie über sein Zukunfts-Thema Nummer eins, die „erweiterte Realität“, reden. Doch nach dem Schock über ein Mordvideo geht es auch um gesellschaftliche Verantwortung.

FLDphotos / iStock.com
von
Daniel Fiene
Lesezeit 4 Min
Technik

San José Eigentlich wollte Facebook-Chef Mark Zuckerberg auf der Entwicklerkonferenz F8 im kalifornischen San José den Zuhörern seine Zukunftsvisionen skizzieren. Doch das launige Branchen-Treffen wurde vom Hier und Jetzt eingeholt: Ein Mann hatte den Mord an einem 74-Jährigen gefilmt und das Video bei Facebook hochgeladen. Nutzer meldeten den Vorfall, da stand das Video aber schon zwei Stunden im Netz. Das soziale Netzwerk benötigte noch einmal rund 20 Minuten, um das Video zu entfernen und das Profil des mutmaßlichen Täters zu deaktivieren.

„Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen des Opfers“, sagte Zuckerberg und gelobte Besserung: Solche Inhalte müssten künftig noch schneller entfernt werden. „Wir müssen uns noch stärker anstrengen, um Tragödien wie diese zu verhindern“, betonte der Facebook-Gründer. Der Konzern will nun die Meldeprozesse für problematische Inhalte vereinfachen.

Doch Zuckerberg kam auch ausführlich auf den eigentlichen Anlass der F8 zu sprechen: Wozu einen teuren Flachbildfernseher ins Wohnzimmer stellen, wenn das Fernsehbild auch über eine virtuelle Projektion auf der Wand gezeigt werden kann – sichtbar per Blick durch eine Datenbrille oder noch einfacher über das Smartphone oder Tablet? Wozu in einem Café oder einem Restaurant erst die Empfehlungen im Netz suchen, wenn direkt neben der echten Speisekarte virtuelle Handnotizen von Freunden mit Empfehlungen auftauchen?

Möglich macht diese Vermischungen…

Jetzt weiterlesen für 0,39 €
20.04.2017