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Verbrechen

Leos Mutter erhält Bewährungsstrafe

Lebenslang für den Vater, Bewährung für die Mutter – so endete der Prozess im Fall des gequälten, misshandelten und schließlich ermordeten Babys Leo, das nur 19 Tage alt werden durfte. Die Urteile lösten verschiedene Reaktionen aus.

Lucian Milasan / shutterstock.com
von
Gabi Peters
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Verbrechen

MÖNCHENGLADBACH Es war ein spektakulärer Prozess. Nicht weil es schwierig war, die unfassbaren Taten zu beweisen. Der Angeklagte hatte ein umfassendes Geständnis abgelegt. Sondern wegen der Vorwürfe, die der Mutter und vor allem dem Vater des kleinen Leos zur Last gelegt wurden. Solche „unfassbaren, barbarischen“ Anklagepunkte hatte auch der erfahrene Vorsitzende Richter des Schwurgerichts, Lothar Beckers, zuvor noch nie gehört: „Wir haben Sachen erlebt, die einen erschüttert zurücklassen.“

In Mönchengladbach wird der Name „Leo“ wohl immer mit Misshandlungen und Mord, Entsetzen und tiefer Trauer verbunden bleiben. Kaum war der Säugling – am 2. Oktober 2015 gesund und munter in einem Mönchengladbacher Krankenhaus geboren – mit seiner Mutter nach Hause gekommen, da begann auch schon sein Martyrium. Schnell stellte der Vater fest, dass er mit dem „Wunschkind“ überfordert war. „Er war eifersüchtig auf das neue Familienmitglied, das bei seiner Frau die neue Nummer eins einnahm“, sagte der Richter. Im Angeklagten habe sich Wut angestaut, die er an dem Baby ausließ. Auszugsweise schilderte Lothar Beckers gestern noch einmal im Gerichtssaal, was der Vater seinem kleinen Sohn antat: Er schlug ihm mehrfach ins Gesicht, drückte ihm die Daumen fest in den Bauch, stieß ihm die Trinkflasche tief in den Mund...

In der Nacht zum 21. Oktober entschloss sich der 26-Jährige, der von einem Gutachter als „selbstverliebt, selbstsüchtig und empathiearm“…

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01.06.2016