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Gesellschaft

Kommunion trotz Scheidung möglich

Papst Franziskus deutet in seinem apostolischen Schreiben an, dass in Einzelfällen wiederverheiratete Geschiedene zum Abendmahl zugelassen werden. Das könnte eine pastorale Wende der katholischen Kirche bedeuten.

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von
Lothar Schröder
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Gesellschaft

ROM Der Papst hat geschrieben. Nur entschieden hat er nicht. Nach einer Umfrage unter den Katholiken in aller Welt sowie zwei großen Bischofssynoden gab Papst Franziskus jetzt Fragen zu Ehe, Familie und Sexualmoral zurück an die Kirche und stellte sie in die Mitverantwortung der Gläubigen und Seelsorger. Das ist die spannende Botschaft des gestern veröffentlichten Papst-Schreibens „Amoris Laetitia – über die Liebe in der Familie“, an der die katholische Kirche weiter arbeiten muss und vielleicht wachsen wird.

Denn so viel auf den über 300 Seiten von der christlichen Ehe als „ein Abglanz der Vereinigung Christi und seiner Kirche“ die Rede ist, so umfänglich erzählt der Pontifex vom Scheitern des Lebensbundes. Schwächen und Unvollkommenheiten der Menschen sind also zahlreich und führten zu „irregulären Situationen“, wie es Franziskus nennt. Trotzdem: „Der Weg der Kirche ist der, niemanden auf ewig zu verurteilen“, denn das sei „nicht die Logik des Evangeliums“. Vielmehr gehe es darum, alle einzugliedern und jedem Einzelnen zu helfen, seinen eigenen Weg zu finden, an der kirchlichen Gesellschaft teilzuhaben – „damit er sich als Empfänger einer unverdienten, bedingungslosen und gegenleistungsfreien Barmherzigkeit empfindet“.

„Bodenhaftung“ hatte Franziskus zu Beginn seines apostolischen Schreibens versprochen. Und in diesem Punkt löst er sie ein. Denn in der Frage, unter welchen Umständen…

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09.04.2016