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Verbrechen

Jung, männlich, gefährlich?

Seit Januar 2015 sind mehr als eine Million Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Die Zahl der Straftaten stieg allein deswegen an, darunter Vergewaltigung und ein mutmaßlicher Mord. Was bedeutet das für die Gesellschaft?

Denis Rozan / Shutterstock.com
von
Jan Drebes
und
Saskia Nothofer
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Verbrechen

BERLIN Freiburg, 16. Oktober: Der angeblich 17-jährige Hussein S., ein Flüchtling aus Afghanistan, soll die 19-jährige Medizinstudentin Maria L. vergewaltigt und ermordet haben. Bochum im August und November: Ein 31-jähriger Flüchtling aus dem Irak wird verdächtigt, zwei chinesische Studentinnen nahe der Universität vergewaltigt zu haben. Die Polizei nahm beide Männer in den vergangenen Tagen fest, sie sitzen jetzt in Untersuchungshaft.

Es sind nicht die ersten Fälle sexueller Übergriffe auf Frauen durch Flüchtlinge nach der Kölner Silvesternacht. Immer wieder gab es im vergangenen Jahr Meldungen über Belästigungen und sexuelle Nötigungen. Doch fast ein Jahr nach den Taten auf der Kölner Domplatte wird jetzt zum zweiten Mal breit über mögliche Gefahren für die Gesellschaft durch männliche Flüchtlinge diskutiert. Hat also die Massenzuwanderung des vergangenen Jahres dazu geführt, dass das Risiko in Deutschland gestiegen ist, Opfer einer Straftat zu werden?

Rechtspopulisten beantworten das ausdrücklich mit Ja, nähren mit Verweis auf einzelne Fälle einen Generalverdacht gegen Flüchtlinge. Umfragen zufolge ist diese Haltung aber auch in der Bevölkerung verbreitet. Im September 2015 stimmten 57 Prozent der Deutschen der Aussage zu, dass Kriminalität und Terrorgefahr durch den Zuzug von Flüchtlingen steigen werden. Ein Jahr später ergab eine Allensbach-Umfrage, dass 82 Prozent der Deutschen Angst vor einer Zunahme von Gewalt und Kriminalität…

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08.12.2016