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Wirtschaft

„Integration dauert bis zu sieben Jahre“

Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks Hans Peter Wollseifer warnt vor überzogenen Erwartungen bei der Eingliederung von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Gleichzeitig fordert er eine gerechtere Rentenpolitik der Bundesregierung.

von Tohma (Diskussion) (Eigenes Werk) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC BY-SA 4.0-3.0-2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0-3.0-2.5-2.0-1.0)], via Wikimedia Commons
von
Birgit Marschall
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Wirtschaft

BERLIN Gestern hatten überall im Land Lehrlinge ihren ersten Arbeitstag, als Optiker, Friseur oder Straßenbauer. Doch immer mehr Jugendliche entscheiden sich gegen eine Lehre in einem Handwerksberuf – und für ein Studium. Allein die Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Düsseldorf meldet noch mehr als 1000 freie Stellen. Die Probleme kennt auch Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks. Pessimistisch ist er jedoch nicht.

Was muss das Handwerk Jüngeren bieten, um künftig noch attraktiv genug zu sein?

WOLLSEIFER Wir sind schon attraktiv. Obwohl die Zahl der Schulabgänger in den vergangenen zehn Jahren um 150.000 gesunken ist, hat das Handwerk die Zahl der Auszubildenden 2015 sogar leicht auf 138.000 erhöhen können. In diesem Jahr zählen wir bisher auch ein Plus von 6,9 Prozent bei den Neuverträgen. Auch am Geld liegt es nicht – zumal manche Handwerksberufe hohe Vergütungen vereinbart haben, im Hochbau zum Beispiel gibt es im dritten Ausbildungsjahr mehr als 1500 Euro. Topmodern sind die Berufe auch – die Digitalisierung ist auf dem Vormarsch, Handwerk 4.0. oft Realität. Wussten Sie, dass der Dombaumeister zu Köln den Bauzustand des Doms längst mit einer Drohne kontrolliert?

Wie geht es mit der Ausbildung der Flüchtlinge voran?

WOLLSEIFER Ein Viertel unserer Azubis haben Migrationshintergrund oder…

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02.08.2016