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Politik

Hoffen auf den Neustart

Mit großen Erwartungen beginnt in St. Petersburg eine neue Runde im deutsch-russischen Dialog. Seit der Krim-Annexion sind die Beziehungen frostig. Senden Merkel und Putin jetzt ein Signal zur besseren Kooperation?

Kremlin.ru (CC BY), via Wikimedia Commons
von
Gregor Mayntz
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ST. PETERSBURG Wiktor Subkow, Co-Vorsitzender des Petersburger Dialogs, macht es spannend: „Das Signal aus Moskau ist hier drin.“ Vor dem russischen Vorsitzenden des Petersburger Dialogs liegt eine Mappe mit Reißverschluss. Noch ist er zu. Selten war das Interesse an diesem Forum so groß wie heute. Erstmals seit vier Jahren tagt der Petersburger Dialog zwischen der deutschen und der russischen Zivilgesellschaft wieder in Russland. Deutschland hatte die Gremientreffen wegen der Annexion der Krim und der Gewalt in der Ost-Ukraine stark eingeschränkt. Und nun wird unter den Teilnehmern bekannt, dass Russlands Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzlerin Angela Merkel am Vortag miteinander telefoniert und verabredet haben, wieder zu einer besseren wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit zu kommen. Der Auftakt in St. Petersburg macht jedoch klar: Wunder sind nicht zu erwarten, es beginnt mit engagiertem Treten auf der Stelle. Gibt es einen Schritt nach vorn?

St. Petersburg ist nicht irgendeine Stadt. Das machen gut 100 Mitglieder der deutschen Delegation am Morgen klar. Jeder geht still mit einer roten Nelke über einen Weg, zu dessen beiden Seiten ab 1942 fast 500.000 der insgesamt 1,5 Millionen Opfer von Krieg und deutscher Belagerung der Stadt beerdigt wurden. Subkow und sein deutscher Amtskollege Ronald Pofalla legen einen Kranz nieder. An die Belagerung zum Dialog-Auftakt ganz besonders zu erinnern, sei eine „wichtige und notwendige Geste…

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15.07.2016