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Politik

Hillary Clinton auf dem Weg ins Weiße Haus

Nach einem Jahr voller Zweifel sieht sie wie die sichere Präsidentschaftskandidatin ihrer Partei aus. Souverän steuert sie ihr großes Ziel an.

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von
Frank Herrmann
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WASHINGTON Manchmal bringen sie es bei „Saturday Night Live“, der Galasendung der amerikanischen Satire, bewundernswert genau auf den Punkt. Dann gelingt es ihnen im New Yorker Studio, die Lage mit ein paar herrlich überspitzten Dialogen treffender zu skizzieren, als es jeder Leitartikler vermag. Da blickt die Hillary Clinton des Dezember 2015 hochzufrieden in einen Spiegel, weil sie in elf Monaten, am Abend der Wahl, wohl endlich ihr schönstes Geschenk in Empfang nehmen kann. Zu „White-Christmas“-Melodien träumt sie vom Weißen Haus, bis aus einer Aschewolke die Hillary Clinton des Dezember 2007 auftaucht, um die Kassandra zu geben.

Damals, um Weihnachten herum, sei sie, die Gesetzte, genauso eingebildet gewesen wie heute, „und dann kam dieser Barack Obama mit einem Basketball und einer Zigarette aus der Suppenküche gestolpert, um mir mein Leben zu stehlen“. Worauf die aktuelle Hillary antwortet, diesmal sei doch alles anders, diesmal duelliere sie sich ja nicht mit Obama, sondern mit Bernie „Nie von ihm gehört“ Sanders.

Wenn nicht alles täuscht, wird es beim zweiten Anlauf klappen. Falls nicht noch etwas Sensationelles geschieht, wird sich die 68-Jährige im Juli auf einem Konvent in Philadelphia zur Kandidatin der Demokraten fürs Oval Office küren lassen. Vielleicht ist die Sache schon Anfang März entschieden, wenn am „Super Tuesday“, dem Tag mit den meisten Vorwahlen, die Würfel fallen. Zu überlegen ist Clinton ihren beiden…

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23.12.2015