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Wirtschaft

Gezerre um Opel

Die mögliche Übernahme des Autobauers durch den französischen Konkurrenten PSA Peugeot Citroën wird im Wahljahr zum Politikum.

J2R / Shutterstock.com
von
Birgit Marschall
und
Florian Rinke
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Wirtschaft

Rüsselsheim/Berlin Es ist nicht ganz klar, wann die Entscheidung in Mary Barra reifte, ins Flugzeug nach Deutschland zu steigen. Doch selbst im Tausende Kilometer entfernten Detroit, dem Hauptsitz des US-Autobauers General Motors (GM), hatte man wohl registriert, was sich da in Europa zusammenbraute. Die Nachricht, GM plane den Verkauf der Töchter Opel und Vauxhall an den französischen Konkurrenten PSA Peugeot Citroën, schlug ein wie eine Bombe. Opel-Vorstand, Gewerkschaften und Politik waren völlig perplex. Die Reaktionen reichten von Schock bis Wut. Also stieg die GM-Chefin ins Flugzeug, um am Opel-Hauptsitz in Rüsselsheim für Schadensbegrenzung zu sorgen.

Denn in Europa, wo in diesem Jahr in Deutschland und Frankreich gewählt wird, war aus der möglichen Übernahme längst ein Politikum geworden. Hier geht es schließlich nicht mehr nur um ein Traditionsunternehmen, hier geht es auch um die französisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen.

Dem Vernehmen nach soll nämlich auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ziemlich überrascht gewesen sein, obwohl sie noch am Montag den französischen Premierminister Bernard Cazeneuve zu Gast gehabt hatte. Man sprach über dies und das, nur über die Opel-Pläne nicht. Dass Cazeneuve von den fortgeschrittenen Verhandlungen nichts wusste, gilt als ausgeschlossen – immerhin ist der französische Staat an PSA beteiligt.

Je länger man mit Beteiligten spricht, desto klarer wird, wie…

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16.02.2017