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Gesellschaft

Geburtenzahl steigt in Großstädten

Wenn es den Menschen wirtschaftlich gut geht, werden mehr Kinder geboren – so lautet eine gängige Regel. Für die deutsche Trendwende hin zu mehr Geburten gibt es noch eine Erklärung: politischen Reformwillen.

Christian Mueller / shutterstock.com
von
Jan Drebes
,
Birgit Marschall
und
Eva Quadbeck
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BERLIN In Deutschland gibt es wieder mehr Babys – vor allem im Osten und in den Großstädten kommen mehr Kinder zur Welt. Ende vergangenen Jahres meldete das Statistische Bundesamt, dass die Geburtenrate in Deutschland zum dritten Mal in Folge gestiegen ist. Sie liegt für das Geburtsjahr 2014 bei 1,47 Kindern pro Frau. Das ist aber noch weit von der Größenordnung entfernt, die man benötigt, damit ein Volk seine Größe erhält. Dafür braucht man eine Rate von 2,1 Kindern pro Frau.

Deutschland gehört auch weiterhin mit Italien und Polen zu den Ländern mit den niedrigsten Geburtenraten in Europa. Dennoch kann man von einer Trendwende sprechen. Traditionell werden in wirtschaftlich guten Zeiten mehr Kinder geboren als in Rezessionsphasen. Dennoch schreibt Michael Hüther, Chef des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, der Familienpolitik den Erfolg zu. „Der Anstieg der Geburtenrate ist sicher auch ein Ergebnis familienpolitischer Reformen. Hier ist neben dem Elterngeld vor allem der Ausbau einer verlässlichen Betreuungsinfrastruktur bereits für unter Dreijährige zu nennen“, sagte Hüther unserer Redaktion. „Gute Konjunktur und stabile Beschäftigung mögen helfen, die Geburtenrate zu steigern, sind aber meines Erachtens nicht ausschlaggebend“, betonte Hüther.

Die erste große Koalition unter Kanzlerin Angela Merkel hatte mit Ursula von der Leyen (CDU) als Familienministerin zwischen 2005 und 2009 die Familienpolitik in…

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05.01.2016