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Politik

Feiertag der Demokratie

Mit überwältigender Mehrheit ist Frank-Walter Steinmeier zum neuen Bundespräsidenten gewählt worden. Doch nicht alle aus den Reihen von Union, SPD und Grünen wählten den beliebten Sozialdemokraten.

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von
Eva Quadbeck
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Bundesversammlung – das ist wie das Treffen einer großen Familie: Alle ziehen sich ein bisschen festlicher an als sonst und die meisten haben sich vorgenommen, auch zu denen höflich zu sein, die sie nicht mögen. Dennoch redet längst nicht jeder mit jedem. Um im Bild zu bleiben: Bundestagspräsident Norbert Lammert ist an diesem Sonntag unter der Reichstagskuppel das wie immer leicht strenge und hintergründig humorvolle Familienoberhaupt, das die Versammlung eröffnet. Er macht das mit einer beeindruckenden Rede über die westlichen Werte und den Zusammenhalt Europas. Dem noch amtierenden Präsidenten Joachim Gauck dankt er dafür, dass dieser dem Land „gutgetan“ habe.

Woraufhin die AfD am rechten Rande des Parlaments durch Nicht-Klatschen und der Ablehnung der Geschäftsordnung deutlich macht, dass sie sich nicht vereinnahmen lassen will von der großen demokratischen Familie, die zur Wahl des Bundespräsidenten zusammengekommen ist. „Was in deren Reihen während der Reden von Steinmeier und Lammert gequasselt wurde, war wirklich intellektuell und charakterlich niveaulos“, sagt einer der Wahlleute hinterher.

Vor und nach den Reden sowie während des Wahlgangs ist reichlich Zeit für Gespräche über Parteigrenzen hinweg, zwischen den unterschiedlichen Landsmannschaften, die diese Versammlung repräsentieren, und mit den Vertretern aus Gesellschaft, Kultur, Wissenschaft und Kirchen. Lange stehen Schauspielerin Veronica Ferres, Verlegerin Friede Springer und…

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13.02.2017