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Politik

„Erdogan überschreitet sämtliche Grenzen“

Der designierte SPD-Kanzlerkandidat und Parteichef Martin Schulz über den Hype um seine Person, türkische Attacken und den 1. FC Köln.

Drop of Light / Shutterstock.com
von
Michael Bröcker
und
Jan Drebes
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Politik

BERLIN Offiziell ist Martin Schulz noch nicht Vorsitzender oder Kanzlerkandidat der SPD. Erst am Sonntag wird ihn ein Parteitag ins Amt wählen. Trotzdem hat Schulz im Willy-Brandt-Haus bereits das Büro seines Vorgängers Sigmar Gabriel bezogen. Vor noch leeren Bücherregalen empfängt er zum Interview.

Herr Schulz, ist der Hype um Sie schon vorbei, oder warum müssen Sie Ihre eigenen Anhänger wie in Würzburg zum Jubeln animieren?

Schulz Wenn Sie auf einer der Veranstaltungen gewesen wären, die ich in den letzten sechs Wochen gemacht habe, wüssten Sie: Weder ich noch sonst irgendjemand muss die Leute zum Jubeln animieren.

Es gibt einen Video-Mitschnitt, wie Sie nach einem Auftritt einigen Jusos sagen, sie sollen „Martin“ rufen...

Schulz Das Video wurde mit einer bestimmten Absicht zusammengeschnitten. Und eigentlich würde ich mit Ihnen lieber über Politik reden...

Sie haben früher mal gesagt, dass Sie lernen mussten, bescheidener zu werden. Ist es eine Gefahr, dass Sie sich von dem Erfolg Ihrer Kandidatur davontragen lassen könnten?

Schulz Nein, das glaube ich nicht. Ich bin weder in der Gefahr, mich von Attacken niederdrücken noch mich von positiven Emotionen davontragen zu lassen. Ich war mal ganz unten und habe gelernt, dass man eine innere Mitte braucht. Die habe ich jetzt.

Wer…

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17.03.2017