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Kultur

Entdecke die Möglichkeiten!

Moderne Musik scheint oft unverständlich. Jetzt hilft das faszinierende Internet-Projekt „Explore the Score“, hinter ihre Geheimnisse zu kommen. Es bietet Wissenschaft für alle – beispielsweise bei Musik des großen György Ligeti.

Darius Soodmand / unsplash.com
von
Wolfram Goertz
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München Als es erstmals über uns kam, dieses Flirren und Flimmern, dieses vielversprechende Oszillieren und Vibrieren, da warteten wir ein Weilchen, bis die Melodie kommen würde. Jedoch, sie kam nie. War das möglich? Kann es Musik ohne Melodie überhaupt geben? Das Stück heißt „Atmosphères“, eigentlich ist es Schnee von gestern, es ist von 1961 und eins der ältesten Werke des großen Komponisten György Ligeti, doch immer wurde er auf „Atmosphères“ angesprochen, die Leute kannten es nämlich aus dem Kino, aus Stanley Kubricks „2001 – Odyssee im Weltraum“. Die Musik aus dem Off machte ihn berühmt. Auch in „Shining“, in „Eyes Wide Shut“ oder Scorseses „Shutter Island“ ist Ligeti-Musik zu hören.

Heute gilt Ligeti (1923-2006) als Komponist, der in der Welt angekommen ist und nicht mehr durchgesetzt werden muss. Um seine Klavierstücke aber machen sogar Freaks einen Bogen. Die Etüden etwa gelten als hermetisch, hochgradig kalkuliert, mathematisch verplant. Es handelt sich um kybernetische Musik, sie ist bis ins Letzte genau gesteuert und geplant, weil genau dieses Letzte bekanntlich oft das Bausteinchen ist, das alles zusammenhält.

Wie wäre es, wenn man sich solcher Musik, die einen Zaun um sich zu errichten scheint, an jenem Ort nähern könnte, an dem man sowieso viel Zeit verbringt: vor dem Computer? Diese Möglichkeit gibt es jetzt, und zwar in dem grandiosen Internet-Projekt „Explore the Score“, welches das Klavierfestival Ruhr, der…

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31.05.2017