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Eisbären – Opfer des Klimawandels

Die Zahl der Eisbären wird sich bis 2050 weltweit um 30 Prozent verringern

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von
Rainer Kurlemann
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Aus der Arktis gibt es nur noch selten gute Nachrichten. Die Temperaturen steigen, das Eis am Nordpol schmilzt. Doch Jon Aars berichtet etwas Erfreuliches. Der norwegische Polarforscher hat im Sommer die Eisbären auf Spitzbergen gezählt. Ihre Zahl ist deutlich gestiegen: 972 Eisbären leben auf der norwegischen Inselgruppe am Polarkreis, etwa 40 Prozent mehr als bei der letzten Zählung vor elf Jahren. „Die Bären befinden sich in einem guten Zustand“, sagt Jon Aars „aber die Tiere hatten im Winter zuvor gute Bedingungen für die Nahrungssuche.“ Das Wetter war ganz nach ihrem Geschmack. „Im Herbst bildete sich das Packeis früh, und es verschwand im Osten der Inselgruppe erst im Sommer“, erklärt der Polarforscher. Solche Winter sind auf Spitzbergen selten geworden. Im November und Dezember lagen die Durchschnittstemperaturen sieben Grad über dem langjährigen Mittel.

Die Zahl der Eisbären wird sich bis 2050 weltweit um 30 Prozent verringern

Aars’ Ergebnisse überraschen. Die Prognose der Experten der Internationalen Union zur Erhaltung der Natur (IUCN) wies im Dezember noch in eine andere Richtung. Wegen der steigenden Temperaturen werde sich die Zahl der Eisbären bis zum Jahr 2050 weltweit von derzeit 26.000 Tieren um 30 Prozent verringern, berechnet die IUCN. Der…

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09.01.2016