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Wirtschaft

Die erste Frau im Bayer-Vorstand ist eine Mann

Nach 150 Jahren rückt mit Erica Mann erstmals eine Frau an die Spitze. Die Südafrikanerin hat bereits auf vier Kontinenten gearbeitet, mag Bungee-Jumping und ihre Söhne. Nun soll das Geschäft mit rezeptfreien Arzneien so dynamisch werden wie sie selbst.

By Sebastian Rittau (Own work) [CC0], via Wikimedia Commons
von
Antje Höning
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BASEL Nein, von Thomas Mann hat sie noch nichts gelesen und von seiner Tochter Erika auch nichts, sagt die Bayer-Managerin. Keine Zeit. „Aber jetzt, wo die Deutschen immer danach fragen, sollte ich es vielleicht nachholen“, ergänzt sie. Sie – das ist Erica Mann, die zum 1. Januar 2016 als erste Frau in den Vorstand der Bayer AG einziehen wird. Dort ist sie für das Milliarden-Geschäft mit verschreibungsfreien Arzneimitteln zuständig. Und auch wenn sich ihr Name so anhört, als sei sie ein Spross der Lübecker Literatenfamilie, hat Erica Mann doch wenig mit Deutschland zu tun. Schon vor Generationen seien ihre deutschen Vorfahren nach Südafrika ausgewandert. Wo genau sie herkommen, weiß die 57-Jährige nicht einmal. „Die deutsche Sprache ist in der Familie leider verloren gegangen“, sagt sie.

Heimat ist für sie keine relevante Kategorie. „Wo ich zuhause bin?“, fragt sie beinah ungläubig. „Ich habe ein Haus in Sydney, Weihnachten feiere ich bei meiner Mutter in Südafrika.“ Für ihre Karriere ist Erica Mann rund um die Welt gezogen. Im südafrikanischen Vereeniging wurde sie 1958 geboren, in Südafrika hat sie auch Chemie und Marketing studiert. Sie begann ihre Karriere als Pharmareferentin, das hieß Klinken putzen für den Pharmakonzern Eli Lily. Später wechselte sie zum Konkurrenten Wyeth, der sie nach Australien schickte. Hier gründete sie ihre Familie, hier wuchsen ihre beiden Söhne auf. Als der US-Konzern Pfizer Wyeth übernahm, ging es in die USA und…

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17.12.2015