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Politik

„Die Balkan-Route bleibt geschlossen“

Illegale Fluchtrouten, die Verhandlung mit der Türkei und der Kurs der Kanzlerin: Österreichs Außenminister Sebastian Kurz im Gespräch.

By Olaf Kosinsky/Skillshare.eu [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons

DÜSSELDORF Österreichs Außenminister fliegt Linienmaschine. Air Berlin. Wien-Düsseldorf. Sitz: 24 A. Auf die Insignien der Macht legt der 29-Jährige wenig Wert. Sebastian Kurz schlendert in die Lounge des Flughafens, ohne Krawatte. An seiner Seite der Junge-Union-Chef Paul Ziemiak. Der CDU-Mann hat den Außenminister zu einer NRW-Tour eingeladen. Man duzt sich und scherzt. Im Gespräch über Flüchtlinge und Migranten verzieht sich die Miene von Kurz dann aber doch.

Herr Minister, vor einem Jahr haben Österreich und Deutschland die Grenzen für die Budapest-Flüchtlinge geöffnet. Damit begann eine neue Dynamik der Migration. Ein Fehler?

KURZ Das Wochenende darf man nicht überinterpretieren. Die Flüchtlingsbewegungen begannen viel früher. Aber es war ein weiterer Schritt in Richtung unbegrenzte Migration. Es gab von deutschen Behörden ja schon die Aussage, dass jeder Syrer ein Verfahren in Deutschland bekommt, unabhängig vom Dublin-Abkommen. Diese Politik hat sich in Summe als falsch herausgestellt. Ich habe das damals schon gesagt.

War der Satz „Wir schaffen das“ von Frau Merkel naiv?

KURZ Es gab ja in Deutschland nach dem Satz einen klaren Politikwechsel, weg von der unbeschränkten Aufnahme von Flüchtlingen hin zu einer Begrenzung des Flüchtlingszustroms. Es gab zwischen unseren Ländern Auffassungsunterschiede über den Weg. Wir haben…

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19.08.2016