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Politik

Deutsche Stimmungslagen

Zum Auftakt der Düsseldorfer Reden sprach der Soziologe Heinz Bude über die Kanzlerkandidaten von SPD und Union.

By Dontworry (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons
von
Klas Libuda
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Politik

Dass das Schauspielhaus nach nur wenigen Tagen ausverkauft war, hat womöglich auch mit einer Stimmung zu tun. Der nämlich, dass einem seit längerer Zeit so ist, als wäre etwas aus den Fugen geraten. Man nehme die überhitzte Diskussion um Asyl, den europaweiten Zuspruch für Rechtspopulisten oder den Wahlsieg von Donald Trump. Der neue US-Präsident scheint seit Amtsantritt im Januar in Kurzschlüssen zu regieren. Wie im Fall des Einreiseverbots müssen sich darum nun Gerichte mit seinen voreiligen Beschlüssen befassen. Trump, so viel ist sicher, täte gut daran, einmal innezuhalten und Politik zu durchdenken.

Dazu regt nun eine neue Reihe im Düsseldorfer Schauspielhaus an, gemeinsam mit der Rheinischen Post hat das Theater die „Düsseldorfer Reden“ initiiert. Einmal im Monat sollen im Central – der provisorischen Spielstätte des Hauses – prominente Redner zu Wort kommen. Margot Käßmann, Sascha Lobo und Marcel Beyer haben sich angekündigt. Aber den Auftakt machte nun Heinz Bude, Soziologe, Politik-Berater und ganz aus der Nähe, denn gebürtig stammt Bude aus Wuppertal; sein Thema: „Gereizte Stimmung. Was regt die deutsche Öffentlichkeit so wahnsinnig auf?“

Bude hat darüber ein Buch geschrieben, und er unterscheidet darin zwischen Affekt, Gefühl und Stimmung. Im Affekt handelt man, „wenn man Dinge tut, von denen man nicht gedacht hätte, dass man sie tut“, sagt Bude – das hätte er früher an sich selbst bei Demonstrationen beobachtet, erzählt er im Schauspielhaus…

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13.02.2017