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Kultur

Der Oscar-Pechvogel

Roger Deakins war 13 Mal für den Oscar nominiert und hat nie gewonnen. Nun könnte der Kameramann eine neue Chance bekommen.

robertlischka / pixabay.com
von
Philipp Holstein
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Düsseldorf Wenn man gemein wäre, könnte man sagen, dass Roger Deakins in Hollywood ungefähr das ist, was Bayer Leverkusen in der Fußball-Bundesliga ist: Vizekusen. Oder so etwas wie Prinz Charles in der englischen Monarchie: beinahe König. Roger Deakins war nämlich schon 13 Mal für den Oscar nominiert. Aber gewonnen hat er nie.

Man ist aber nicht gemein, und deshalb sagt man es so: Der 68-Jährige ist der womöglich beste Kameramann in der Traumfabrik, nur für Preisverleihungen hat er kein Talent. Seine Pechsträhne könnte nun aber enden, denn es gilt als sicher, dass Deakins mit seiner spektakulären Arbeit für „Blade Runner 2049“ von Denis Villeneuve unter den Genannten sein wird, wenn die Academy am 23. Januar die Oscar-Nominierungen bekanntgibt. Deakins verleiht der Fortsetzung des Science-Fiction-Klassikers aus dem Jahr 1982 eine Corporate Identity, er hat über einzelne Szenen tubenweise neongrelle Farbe ausgedrückt. Er malte mit Licht, er schuf eine kontaminiert anmutende, giftige und dennoch traumschöne Szenerie, in der man leicht den Überblick verliert: Was ist wahr? Was Simulation? Und er wies seine Mitarbeiter an – wie auch immer sie es anstellen würden –, Zimmerdecken zu fluten, damit das Wasser die Lichtstrahlen bricht, streut, in Bewegung hält und den Räumen eine außerweltliche Atmosphäre gibt.

In Interviews lässt sich Deakins nicht auf den Oscar ansprechen. Das wird der berechtigten Sorge geschuldet sein, dass er eben nicht…

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17.01.2018