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Politik

Der Mann, der zu früh mit Russland telefonierte

Chaostage in Washington: Die US-Regierung ist noch nicht komplett, da muss der erste Posten schon neu besetzt werden. Donald Trumps Sicherheitsberater Michael Flynn stürzte über ein Telefonat mit dem russischen Botschafter.

By Gage Skidmore from Peoria, AZ, United States of America (Michael Flynn) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons
von
Frank Herrmann
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Politik

Washington Ein dramatischer Machtkampf im Weißen Haus endet mit einem spektakulären Rücktritt. Nach nur etwas mehr als drei Wochen im Amt hat Michael Flynn, der Nationale Sicherheitsberater der USA, seinen Rücktritt erklärt.

In dem Brief, mit dem er Abschied vom Amt nahm, räumte Flynn doch noch ein, was er lange dementiert hatte: Dass er nicht die Wahrheit gesagt hatte über ein im Dezember geführtes Telefonat mit dem russischen Botschafter in Washington. Wegen des hohen Tempos der Ereignisse, schrieb er, habe er es „versehentlich“ versäumt, den designierten Vizepräsidenten Mike Pence und andere vollständig über sein Gespräch mit Sergej Kisljak zu informieren. Er habe sich dafür entschuldigt, fügte er an, um das Schreiben eher trotzig mit der Schlüsselparole aus Donald Trumps Wahlkampf zu beenden – „Make America Great Again“. Kommissarischer Nachfolger Flynns wird Keith Kellogg (72), ein hochdekorierter Veteran des Vietnamkriegs.

Es war an einem der ruhigen Tage nach Weihnachten, als der pensionierte Dreisternegeneral mit Kisljak über die Sanktionen sprach, die Barack Obama gerade gegen Russland verschärft hatte. Der scheidende US-Präsident wollte Moskau einen Denkzettel verpassen, während er dem Kreml vorwarf, die amerikanische Wahl mit gezielten Hackerangriffen manipuliert zu haben. Flynns Aufgabe dürfte es gewesen sein, Moskau baldiges Tauwetter nach vorübergehender Eiszeit zu signalisieren, ob im Auftrag Trumps oder auf eigene Faust…

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15.02.2017