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Gesellschaft

In der Angst steckt eine Chance

Der Islamische Staat will Angst und Islamhass verbreiten. Wenn wir uns davon in unseren Reaktionen leiten lassen, wird der Terror tatsächlich Alltag. Wenn nicht, scheitern die Terroristen an uns.

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von
Tobias Jochheim
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Gesellschaft

Das Leid durch die Bluttaten in Deutschland, Europa und der Welt oder die Verantwortung der Täter kann man nicht relativieren. Sehr wohl aber das Ausmaß der Angst vor islamistischem Terror. Der könnte neben Tod und Schrecken auch eine Chance mit sich bringen und die gespaltene deutsche Gesellschaft einen. Anhänger von Grünen, CSU und AfD könnten gemeinsam die Lehre vertreten: Wir müssen uns mehr denn je um Integration bemühen. Den Menschen am Rande unserer Gesellschaft nicht nur eine Grundversorgung bieten, Nahrung und ein Dach über dem Kopf, sondern Aussicht auf Teilhabe an der Gesellschaft – sei es aus Überzeugung, purem Pragmatismus oder reinem Selbstschutz.

Die bittere Wahrheit ist, dass auch mit noch so viel Überwachung, Polizei und Militär sich nicht verhindern lässt, dass Einzelgänger Bomben bauen wie in Ansbach, zur Axt greifen wie in Würzburg oder einen Lieferwagen zur Waffe umfunktionieren wie in Nizza. Bei allem Verbesserungs- und Nachholbedarf: Wenn Deutschland unter Schock versucht, Sicherheit über alles zu stellen, schafft Deutschland sich ab.

Parallel zu schnelleren Arbeitserlaubnissen für Flüchtlinge muss auch mehr rechtsstaatlicher Druck und Strenge her. Erschwerte Registrierung mit falschen oder mehreren Identitäten, Pflicht-Sprachkurse, schnellere Sanktionen von Straftätern und konsequentere Abschiebung derjenigen, die ein Bleiberecht in einem fairen Verfahren entweder nicht bekommen oder aber im Nachhinein selbst verwirken.

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09.08.2016