Lesezeit 5 Min
Verbrechen

Das letzte Rätsel der RAF

Der Mord der Linksterroristen an Detlev Rohwedder vor 25 Jahren ist bis heute mysteriös.

By Kürschner (talk) 18:42, 10 June 2015 (UTC) (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons
von
Reinhold Michels
Lesezeit 5 Min
Verbrechen

DÜSSELDORF„Kaltblütig“ – diesen Titel aus Truman Capotes berühmtem, dokumentarischem Roman über den Mord an einer Farmerfamilie in Kansas, USA, könnte man auch einer heimtückischen Exekution heute vor 25 Jahren in Düsseldorf geben. Das Opfer, der Spitzenmanager Detlev Karsten Rohwedder, wurde am 1. April 1991, eine halbe Stunde vor Mitternacht am Ostermontag, aus dem Hinterhalt erschossen. Der bis heute nicht ermittelte Täter muss ein Präzisionsschütze gewesen sein. Seine Gewehrkugel traf den Chef der Berliner Treuhandanstalt zur Abwicklung und Sanierung von mehr als 8000 Betrieben der kurz zuvor untergegangenen DDR mit dem ersten Schuss zwischen die Schulterblätter. Wirbelsäule, Aorta, Speise- und Luftröhre wurden mit einem einzigen Treffer verletzt. Rohwedder war sofort tot.

Der 58 Jahre alte, groß gewachsene Mann hatte mit dem Rücken zum Fenster seines erleuchteten Arbeitszimmers im ersten Stock seines Privathauses gestanden. Der Schütze hatte in der Deckung einer gut 60 Meter vom Haus entfernten Schrebergartensiedlung am Niederkasseler Rheinufer gelauert und dort wohl sein Gewehr auf einem Plastikstuhl ausgerichtet. Den Stuhl fanden die Ermittler später, ebenso ein Fernglas, ein Handtuch, Motorrad-Reifenspuren und ein Bekennerschreiben, das das Bundeskriminalamt als echt einstufte. Dieses deutete darauf hin, dass die berüchtigte Rote-Armee-Fraktion (RAF) für das Mordkommando verantwortlich war.

Die RAF hatte zwischen 1971 und 1993…

Jetzt weiterlesen für 0,40 €
01.04.2016