Lesezeit 4 Min
Wirtschaft

Das Fiasko

800.000 weitere Autofahrer müssen entschädigt werden, in den USA müssen nun Wagen wegen Bremsproblemen zurückgerufen werden – und es droht weiterer Streit mit US-Behörden und der Finanzaufsicht.

rkl_foto / Shutterstock.com
von
Reinhard Kowalewsy
Lesezeit 4 Min
Wirtschaft

WOLFSBURG/BERLIN/WASHINGTON Die Krise von Deutschlands wichtigstem Konzern spitzt sich zu: VW muss nun 800.000 Kunden irgendwie dafür entschädigen, dass ihre Autos mehr Kohlendioxid (CO2) emittieren als offiziell angegeben. In den USA ruft der Konzern 92.000 Autos wegen Bremsproblemen zurück. Es drohen neue Auseinandersetzungen mit Behörden in Deutschland und den USA. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Verschärfung des Wolfsburger Fiaskos.

Wie ist nun herausgekommen, dass rund 800.000 Wagen von einer neuen Schwachstelle betroffen sind? Der neue VW-Chef Matthias Müller hatte bei seinem Amtsantritt am 25. September „schonungslose Aufklärung“ aller Vorgänge angekündigt – nun kommt eben als weiteres Debakel das CO2-Debakel hinzu. Dabei ist bisher ungeklärt, ob VW erneut Tests frisierte oder ob der Konzern einfach falsche Daten beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg einreichte.

Welche Autos sind geschädigt? Betroffen sind laut VW 800.000 Autos von fast allen Konzernmarken, also auch Audi, Skoda und Seat. Anscheinend geht es vor allem um Blue-Motion-Modelle, die VW als besonders spritsparend bewirbt. Laut Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sind 98.000 der betroffenen Autos mit einem Benzinmotor ausgestattet, insgesamt seien es 200.000 Wagen in Deutschland. Wären alle betroffenen 800.000 Autos in nur einem Jahr ausgeliefert worden, würden sie rund acht Prozent der weltweiten VW-…

Jetzt weiterlesen für 0,39 €
05.11.2015