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Kultur

Cinderella auf dem Pop-Olymp

Kein Album hat sich je so schnell so oft verkauft wie „Anti“, die Platte von Rihanna. Sie ist eine Marke, und sie steht für Verweigerung und Lässigkeit. Dabei wirkt sie stets, als sei sie ganz zufällig an die Spitze gestolpert.

Eastfjord Productions / Shutterstock.com
von
Philipp Holstein
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DÜSSELDORF Das ist alles so verrückt, dass man unbedingt über diese Frau reden muss, über Robyn Rihanna Fenty nämlich, die alle Welt Rihanna nennt. Ihr neues Album heißt „Anti“, die 27-Jährige hat es vor einer Woche veröffentlicht, und es wurde innerhalb von 15 Stunden 1,4 Million Mal heruntergeladen, zudem 13 Millionen Mal gestreamt, also online angehört. Keine Platte wurde je so rasch so oft verkauft.

Rihanna ist mit Taylor Swift der erfolgreichste weibliche Popstar dieser Tage, aber es wirkt, als sei sie zufällig auf den Pop-Olymp gestolpert. Die anderen Damen, die da oben wohnen, Madonna etwa oder Beyoncé, sind verbissen, sie predigen Disziplin und leben das ayurvedische Null-Fehler-Powermenschentum. Sie arbeiten an der Definition ihrer Muskeln und füttern ihre Spiritualität, und wenn man aus ihren Konzerten kommt, fühlt man sich zu dick und defizitär. Rihanna ist das Gegenteil, sie steht auf der Bühne herum, als habe sie trotz großer Hitze seit Tagen nichts getrunken. Sie wirkt überrascht, dass so viele ihr zuhören und dass die Musik tatsächlich ihre Musik sein soll. Sie würde viel lieber mit denen da unten feiern, aber sie bleibt oben, weil die Party sonst ja vorbei wäre. Oft hält sie das Mikrofon auf Kniehöhe, dann läuft halt das Playback. Manchmal versucht sie zu singen, was nicht immer gut klingt, aber live ist. Rihanna, schrieb das Magazin „New Yorker“, ist der erfolgreichste Amateur der Welt.

Gerade das macht indes…

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04.02.2016