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Applaus, Applaus

Die deutschen Teams überzeugen im olympischen Fußballturnier und kehren mit Gold- und Silbermedaillen heim.

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von
Stefan Klüttermann
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RIO DE JANEIRO Als Superstar Neymar den entscheidenden Elfmeter verwandelt hatte, da waren die Brasilianer endlich wieder zu Hause in ihrem Maracanã. Hier, wo sie vor zwei Jahren nach dem bitteren 1:7 im Halbfinale hatten zuschauen müssen, wie Deutschland Weltmeister wurde. Hier, wo tags zuvor die brasilianischen Frauen völlig überraschend nicht um die erwartete olympische Goldmedaille gespielt hatten. Hier war Brasilien nach Neymars Treffer nun also der regelrecht erflehte Olympiasieger geworden. Hier hatte Brasilien sich letztlich mit sich selbst versöhnt. Und mit diesen Olympischen Spielen. Und mit Deutschland irgendwie auch.

„Ich glaube, dass dieser Sieg für Brasilien bei der Frage, ob diese Olympischen Spiele ein Erfolg waren, eine ganz große Bedeutung hat“, sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel. Als allzu gewagt ging diese These zwar nicht durch, dafür reichte schließlich ein Blick ins Stadion an diesem Abend. Aber dieser 6:5-Sieg nach Elfmeterschießen gegen den DFB-Nachwuchs, er war für das ganze Gastgeberland die pure Erlösung. Ein Scheitern ihrer Seleção bei den Spielen im eigenen Land zwei Jahre nach dem Scheitern ihrer Seleção bei der WM im eigenen Land – das wäre für die Fußballseele unterm Zuckerhut dann doch kaum zu ertragen gewesen. Bis es allerdings so weit war, bis sich ekstatischer Jubel in Reinform bei den 70.000 im Stadion Bahn brach, hatten sie lange bibbern müssen, denn Horst Hrubeschs Mannschaft war ein ebenbürtiger Gegner…

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22.08.2016