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Wir, die Rassisten?

Deutschland hat ein Problem mit Fremdenfeindlichkeit, das wurde in den vergangenen Monaten klar. Aber werden wir wirklich derart von Vorurteilen beherrscht? Zeit, die Wissenschaft dazu zu befragen

studiostoks / Shutterstock.com
von
Anne Pek
und
Christine Ritzenhoff
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Die Spitze der AfD machte dieses Jahr den Anfang: Erst hielt Beatrix von Storch es für eine gute Idee, auf Flüchtlinge zu schießen, dann ballerte sich auch ihr Kollege Alexander Gauland mit der Behauptung, die Deutschen „wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben“, ins Aus. Derweil marschierten „besorgte Bürger“ durchs „Abendland“, um es gegen seine angeblich drohende Islamisierung zu verteidigen. Und dann konstatierte nicht nur die Leipziger „Mitte“- Studie 2016, dass „ablehnende Haltungen gegenüber Asylbewerbern, Muslimen und Sinti und Roma gewachsen seien“, der Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit ging sogar noch einen Schritt weiter – und attestierte gerade den ostdeutschen Ländern einen Anstieg in Sachen Fremdenhass. „Der Rechtsextremismus in all seinen Spielarten stellt eine sehr ernste Bedrohung für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung der neuen Länder dar“, sagte die Beauftragte der Bundesregierung für die ostdeutschen Bundesländer, Iris Gleicke. Polizisten kontrollieren Menschen mit dunkler Haut- und Haarfarbe öfter als andere, Amnesty International wähnt in unserem Land „institutionellen Rassismus“, die AfD sammelt Stimmen mit fremdenfeindlichen Tönen. Heißt das, Rassismus ist bei uns wieder auf dem Vormarsch? Zeit, die Wissenschaft um Rat zu fragen.

War Rassismus überhaupt je weg?

Ehrlich gesagt: nicht wirklich. Sicherlich, in der westlichen Welt wurden die letzten Rassengesetze…

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Nr. 1/2017