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Glanzleistung - Was wir im Job von Spitzensportlern lernen können

Wir alle kennen diese Momente, in denen wir zeigen wollen, was wir können. Lässt sich von Sportprofis lernen, wie man dann auch wirklich abliefert? Bestimmt – sofern man sich vorher von ein paar Klischees löst

annca / pixabay.com
von
Marieke van Twillert
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Wie sie dort steht, Laura Dahlmeier, und seelenruhig wartet. Die Kameras, die Millionen Zuschauer zu Hause, das Publikum am Streckenrand: Alle schauen gebannt zu, als die Biathletin ganz gelassen den richtigen Moment abpasst. Ganze 15 Sekunden steht sie mit dem Gewehr da, wartet, dass die Windböe endlich vorübergeht, damit sie zum vierten Mal schießen kann. Der Druck muss enorm sein, der Stress kaum auszuhalten – aber man sieht es ihr nicht an: Während fast alle der 85 Konkurrentinnen zu hektisch und so danebenschießen, bleibt Dahlmeier cool. Endlich schießt auch sie, trifft ins Schwarze und holt so die erste Goldmedaille für Deutschland bei den Olympischen Spielen in Südkorea. Wie hat sie das nur gemacht? So kaltblütig und entspannt Leistung abrufen – kann man das lernen? Und gibt es Tricks aus dem Spitzensport, die wir anwenden können, wenn wir im Job Topleistungen erbringen müssen?

Ger Post, Wissenschaftsjournalist, Psychologe und Dozent für kognitive Neurowissenschaften, ist davon überzeugt. Er hält Spitzensportler und Profitrainer für „Meister des Arbeitens unter Hochdruck“. Der Witz ist jedoch: Viele Profisportler wissen gar nicht genau, warum sie derart gute Leistungen erbringen. „Sie haben längst nicht immer den Durchblick, was ihnen genau geholfen hat“, sagt Ger Post. Genau wie die Coaches und Analysten im Fernsehen suchen sie immer wieder nach Erklärungen für ihren Erfolg. Auf diesem Weg haben sich auch viele „Sportklischees“ entwickelt, die der…

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Nr. 3/2018