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Es lebe der Kontrollfreak!

Klar, Menschen, die am liebsten alles selbst machen, sind ziemlich anstrengend – für sich und andere. Aber sie sind auch optimistischer, produktiver und glücklicher. Finden Sie heraus: Wie gern behalten Sie die Fäden in der Hand?

ERIC VAN DEN ELSEN
von
Marloes Blom
und
Saskia Decorte
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Manchmal fällt es schwer, etwas aus der Hand zu geben. Okay, für uns, die Autorinnen dieses Textes, ist das ein gewaltiges Understatement. So will die eine stets die Fernbedienung haben. Die andere plant zu Wochenanfang, was es abends zu essen geben soll, und erstellt anhand dessen einen Einkaufszettel. Und obwohl sie ihn mit dem Mann Schritt für Schritt durchgeht, wenn er die Einkäufe übernimmt („Saft mit Fruchtfleisch, nicht den normalen!“), kommt er stets mit ein paar falschen Sachen nach Hause. So wurde der arme Kerl schon zurückgeschickt, weil er versehentlich statt Koriander Basilikum mitgebracht hatte.

Deshalb gehen wir am liebsten selbst einkaufen. So wie wir auch bevorzugt selbst die Wäsche zusammenlegen und in der Redaktion Themen an uns reißen, über die wir gern schreiben möchten, selbst wenn wir dafür eigentlich keine Zeit haben. Das Wort Kontrollfreak, ja, es ist schon mehrfach gefallen. Uns nervt es ja auch, dass wir stets alles selbst machen wollen. Wie herrlich wäre es, diese Kontrolle mal sausen lassen zu können!

Prägender Charakterzug

So einfach gehe das aber nicht, sagt Jerry Burger, Professor für Psychologie an der Santa Clara University in Kalifornien. Er hat den Begriff Kontrollbedürfnis geprägt und erforscht ihn seit 25 Jahren. Auf Grundlage dessen entwickelte er einen Test, mit dem man Kontrolldrang messen kann – und der mittlerweile weltweit am häufigsten verwendet wird.

Eine der wichtigsten Schlussfolgerungen Burgers ist, dass unser Kontrollbedürfnis ein von Person zu Person unterschiedlicher Charakterzug ist. Der eine hat von Natur aus mehr Kontrollfreak-­Züge als der andere. Und die sind wie jedes…

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Nr. 4/2017