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Die Erste, die Einzige

Wenn die Jugendliebe hält, bleibt man ein Leben lang zusammen. Das bedeutet einerseits, man kennt sich durch und durch. Andererseits heißt es aber auch: Man hat keinen Vergleich. Und wie verhindert man Langeweile? Vier Paare erzählen

ErikaWittlieb / pixabay.com
von
Lilian Roos
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„Dann rief ich: Nun sag du doch auch mal was! “

Iwedina (80) und Hendrik (85) teilen seit 60 Jahren Freud und Leid.

Hendrik: „Ich sah sie zum ersten Mal auf der ,Auktion’ – so nannten wir das, wenn die Mädchen am Sonntagnachmittag herumstolzierten. Durch ihre wunderschönen schwarzen Locken fiel sie sofort auf.“

Iwedina: „Mit fünf Freunden drehte Hendrik auf dem Motorrad seine Runden durchs Dorf. Das gefiel uns Mädchen sehr. Ich verliebte mich in seine ruhige und liebe Art. Und er sah gut aus.“

Hendrik: „Sie ähnelte ihrer Zwillingsschwester wie ein Ei dem anderen, aber ich konnte sie vom ersten Tag an unterscheiden.“

Iwedina: „Er kam spontan auf dem Motorrad bei mir vorbei. Ich fragte noch, ob es ihm wirklich ernst sei, da Bauern und Arbeiter doch nicht zusammenpassten. Aber ihm war egal, dass ich aus einer Arbeiterfamilie stammte.“

Hendrik: „Schon bald nach unserer Hochzeit bekamen wir zwei Töchter. Ein Höhepunkt in unserem Leben. Aber es veränderte sich auch viel. Wir konnten weniger ausgehen, und das Motorrad musste weg.“

Iwedina: „In Erziehungsfragen hatten wir schon mal Meinungsverschiedenheiten. Ich stellte Regeln auf, aber ihm war das nicht so wichtig. ‚Nun sag du doch auch mal was!’, rief ich dann. Ich kann mich auch ärgern, wenn ich oft um etwas bitten muss, bevor er es endlich erledigt. Bin ich wirklich wütend, gehe ich weg. Dann mache ich einen Spaziergang.“…

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Nr. 3/2018