Lesezeit 7 Min
Gesellschaft

Verkaufen Sie sich besser!

Natürlichkeit ist prima, aber ohne Mascara muss man trotzdem nicht rumlaufen. Im Job ist es ähnlich. Authentizität? Damit allein kommt man nicht weit. Wir sammelten für Sie ausgeklügelte Taktiken & schlichte Strategien echter Top-Frauen  

Featureflash / Shutterstock.com
von
Katja Bosse
Lesezeit 7 Min
Gesellschaft

Der strenge Pagenschnitt wirkt wie ein Helm von Prinz Eisenherz, der Auftritt ist stark, die Aura kühl: Seit 17 Jahren verantwortet Chefredakteurin Anna Wintour das amerikanische Magazin „Vogue“, gilt als einflussreichste Frau der Modebranche. Und obwohl man sie kaum ohne schwarze Sonnenbrille zu Gesicht bekommt und sie sich nur selten ein Lächeln abringt, scheint Anna Wintour nicht unnahbar. Häufig zeigt sie sich mit Tochter Bee Shaffer, ließ sich für die gefeierte Doku „The September Issue“ von Millionen Fernsehzuschauern über die Schulter gucken. Ihr Erfolgsgeheimnis: zweifelsohne die Tatsache, dass Wintour Emotionen komplett für sich behalten kann – und ihr trotzdem jeder attestieren würde, dass sie in ihrer disziplinierten Verschrobenheit echt wirkt. Was bedeutet jedoch Echtheit? Authentizität ist gerade ein großes Modewort, weil man es als Synonym für Ehrlich- und Nahbarkeit versteht, es beinhaltet aber im Grunde genommen auch, sich nicht im Griff zu haben, mal rumzubrüllen, wenn einem etwas nicht passt, sich hinter dem Ohr zu kratzen und doofe Fragen zu stellen – so ungefähr das Gegenteil von Anna Wintour. „Das Echte reicht nicht für einen guten Eindruck“, sagt Stefan Wachtel, der als „Coach der Bosse“ bekannt wurde und das Buch „Sei nicht authentisch!“ (Plassen, 270 S., 19,99 €) veröffentlichte. „Die richtig gute Authentizität ist die scheinbare, der Kompromiss von Person und Rolle.“ Heißt das nun, dass man sich im Job verstellen, eine große Show abziehen soll?…

Jetzt weiterlesen für 0,44 €
Nr. 5/2015