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Hier ist Endstation

Fast vierzig Jahre waren sie auf den Verkehrsadern New Yorks in Dauerbewegung. Auf dem Grund des Atlantischen Ozeans werden alte U-Bahn-Waggons zur ewigen Ruhe gebettet – als künstliche Riffe für die Meeresbewohner

Paul Vinten / shutterstock.com
von
Martina Wimmer
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Mythen aus Stahl als Speisekammer der Fische

Dort unten, wo sie liegen, ist es still und kühl. Keiner, der dort wohnt, kennt ihre Namen: R26, R28, R29, R32, R33, R36. Mehr als 2500 ausgemusterte Wagen der New Yorker U-Bahn sind auf dem Meeresboden zur ewigen Ruhe gebettet, an der Ostküste des amerikanischen Kontinents entlang, vor Delaware, New Jersey, North Carolina, Georgia und Virginia. Entkernt und fensterlos sanken sie hinab, die Schwerstarbeiter der mobilen Welt, um auf dem neuen Grund, wo sie nun für immer stehen, einer anderen Population zu dienen.

Je nach Bauart 15 bis 20 Meter lang, drei Meter breit und 3,70 Meter hoch, sind sie „Luxusapartments für Fische“, wie Jeff Tinsman, Vorsteher der Umweltbehörde in Delaware, der das alles mit eingefädelt hat, sagt. Eine „Win-win-Situation“ schrieb die „New York Times“ im Mai 2011 über die ungewöhnliche Maßnahme. Die alten Wagen, die jetzt künstliche Riffe sind, enthalten Asbest, das ist an Land schwer zu entsorgen, im Wasser aber, so die staatliche Environmental Protection Agency, unbedenklich. Für die U-Bahn-Betreiber ist es daher eine wesentlich kostengünstigere Variante, den gut 40 Jahre alten Schrott loszuwerden. Und die Meeresbewohner nehmen die Behausung wohlwollend an, Muscheln…

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No. 89 - Dezember 2011/Januar 2012