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Wirtschaft

Wege zum Traumjob

Mit 32 Jahren machte Martina Violetta Jung ihr Körper einen Strich durch die Rechnung: Burn-out-Syndrom. Sie begann eine zweite Karriere als Managerin und eine dritte als Unternehmensberaterin – bis sie einige Jahre später erneut einen Punkt erreichte, an dem sie merkte: Es muss sich etwas ändern.

PRIVAT
von
André Boße
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Wirtschaft

Frau Dr. Jung, als wie stringent würden Sie ihre Laufbahn bezeichnet?

(lacht) Also, Stringenz entdecke ich bei mir nur in der Seele. Ich bin von meinem Weg mehrere Male abgekommen. Ich habe Jura studiert, weil ich dachte, Recht und Gerechtigkeit hätten etwas miteinander zu tun – ganz grobe Fehleinschätzung. Ich bin Arbeiterkind und war die erste in der Familie, die Abitur gemacht hat. Trotzdem haben mich meine Eltern geprägt, weil sie mir Gerechtigkeit vorgelebt haben und mir auf den Weg gegeben haben: Es ist nicht wichtig, wie viel du hast, sondern wie du mit den anderen umgehst. Deshalb wollte ich Jura studieren, denn ich dachte weiterhin, Recht und Gerechtigkeit hätten etwas miteinander zu tun. Ich habe mich also durch mein Jurastudium bewegt, wissend, dass ich Richterin werden wollte – aber ich war damit nicht glücklich.

Warum nicht?

Während meiner Referendarzeit habe ich gemerkt, dass sehr viele Richter und Staatsanwälte in erster Linie nur einen sicheren Job wollten. Und das war mir zu wenig.

Sie sind dann Wirtschaftsanwältin geworden.

Ich hatte einen Professor an der Uni, für den war es die Traumvorstellung schlechthin, als Wirtschaftsanwalt zu arbeiten. Und zwar international. Zu mir hat er gesagt: Wer bei mir promoviert, der geht ins Ausland. Nicht in der Bibliothek bleiben, sondern: Nase raus. Das habe ich dann auch gemacht und bin nach China gegangen. Und dort habe ich gelernt, worum es im Leben eigentlich geht. Ich bekam einen chinesischen Professor, 82…

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karriereführer recht 2.2016