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Gesellschaft

Was kann Europa von Israel lernen?

Stein und Zimmermann vergleichen Situationen, die nicht vergleichbar sind.

JACK GUEZ / AFP
von
Ulrich Sahm
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Gesellschaft

Professor Mosche Zimmermann und Ex-Botschafter Schimon Stein haben in der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) dargestellt, was im Rahmen einer Masseneinwanderung Europa von Israel lernen könne. Sie meinten, dass Platz überhaupt kein Argument sei, auch in einem winzigen Land wie Israel sogar Millionen „Flüchtlinge“ unterzubringen.

„Raum und Wirtschaft sind also nicht die Faktoren, die zwangsläufig eine zusätzliche Einwanderung in eine Katastrophe verwandeln müssen“, schreiben Zimmermann und Stein. Sie zeigen dabei auf, wie Israel nicht trotz, sondern auch gerade wegen der Einwanderung von einem schwachen Entwicklungsland ohne Infrastruktur und von Krieg geplagt zu einem starken Mitglied der OECD geworden war.

Sie reden jedoch von dem ganzen Gebiet des britischen Mandats Palästina, „in dem vor 100 Jahren etwa nur eine halbe Million Menschen wohnten, davon weniger als ein Drittel Juden, wuchs die Bevölkerung auf 12,5 Millionen Einwohner. Etwa acht Millionen Israelis, 1,7 Millionen davon arabische oder palästinensische Israelis sowie 4,5 Millionen Palästinenser in den besetzten Gebieten.“

Das ist eine gewagte, politisch tendenziöse Behauptung, denn weder das 1967 besetzte Westjordanland noch der 2005 wieder von Israel geräumte Gazastreifen können historisch, gesellschaftlich oder wirtschaftlich in die separate Geschichte des Staates Israel „integriert“ werden.

Sie schreiben: „Damals war das wirtschaftlich schwache Land auf…

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Nr. 10/2015