Lesezeit 6 Min
Kultur

„Heeeeheeee, Heeheeee Kinder...!“

Krusty, der jüdische Clown von den Simpsons

Anton_Ivanov / Shutterstock.com
von
Monty Aviel Ott
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Kultur

Menschen lieben tragische Persönlichkeiten. Solche, mit denen sie sich identifizieren können. Gilt das auch für die tragische Persönlichkeit in personae, dem traurigen Clown? Mit Clowns haben viele Menschen Probleme, oder sogar Angst vor ihnen. Aber es gibt einen traurigen Clown, der sticht irgendwie aus der Masse psychotisch-angsterfüllender Zirkusattraktionen heraus. Er hat grün-türkis gelocktes Haar, eine rote Nase (in der er manchmal Koks versteckt) und hört auf den Namen: Herschel Krustofski. Es ist die Rede von niemand geringerem als Krusty, dem Clown.

Ich erinnere mich noch, wie wir damals auf der Couch gesessen haben: Meine Brüder, meine Mutter und ich. Mein Vater saß zumeist auf dem Sessel daneben. Irgendwie habe ich uns auch immer ein bisschen in dieser Familie gesehen. Es läuft nicht immer alles nach Plan. Manchmal geht es auch ziemlich chaotisch zu, aber trotzdem versuchen es alle doch nur irgendwie gut zu machen. Naja, die Realität ist schon etwas komplizierter. Aber diese vereinfachte Version eines Familienlebens, mit dem kahlköpfigen, etwas trotteligen Vater, der oberklugen und manchmal etwas sich selbst überschätzenden Tochter, dem Rowdy-Sohn, der herzlichen Mutter und dem unter-schätzten Baby, konnte durch die starke Überzeichnung schon seit so vielen Jahren für viele Lacher sorgen. Die Serie ist eine Gesellschaftskritik. Sie reflektiert nicht nur die amerikanische Gesellschaft, sondern hält uns allen einen Spiegel vor. Im Gegenzug hält sie auch…

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Nr. 9/2016