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Politik

Politik im Netz

Oder: Warum das Internet nicht demokratisch ist.

Kunal Mehta / shutterstock.com
von
Greta Lührs
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Politik

Die Medien sind seit jeher ein wichtiger Faktor des politischen Meinungsbildungsprozesses. Das Internet verändert die Ar t und Weise, wie wir Nachrichten, Meinungen und Debatten konsumieren, allerdings grundlegend. Erstmals kann sich jeder beteiligen, die Kommunikation geht nicht mehr nur vom Medienmacher zum Leser, sondern läuft kreuz und quer durch ein millionenfach verzweigtes Netz. Doch statt uns in den offenen Diskurs zu stürzen, bleiben wir lieber unter uns.

Sieht man es als Stärkung der Demokratie an, wenn möglichst viele Menschen am Diskurs teilhaben können, erscheint das Internet grundsätzlich als demokratisches Instrument: Jeder kann sich freien Zugang zu beliebig vielen Informationen verschaffen, sich mit anderen austauschen, diskutieren und sich so eine umfassende Meinung bilden.

Dabei ist das Netz alles andere als frei von Herrschaftsstrukturen. Unternehmen wie Google und Facebook legen die Spielregeln fest, staatliche Geheimdienste überwachen die Kommunikation, Regierungen zensieren Internetseiten. Und auch in der User-Praxis haben sich im Netz, und dort vor allem in den sozialen Netzwerken, schnell Mechanismen entwickelt, die den auf den ersten Blick idealen Prozess des freien Austausches verzerren.

Der Aktivist und Autor Eli Pariser hat vor einigen Jahren den Begriff der »Filterblase« eingeführt. Sie beschreibt das Phänomen, dass wir uns im Netz zumeist mit denen umgeben und austauschen, die uns…

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Nr. 5/2016