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Wirtschaft

Freiheit, Gleichheit, Gute Arbeit

Arbeit  ist ein wichtiger Bestandteil eines gelingenden Leben. Deshalb sollten wir uns schleunigst daran machen, die Arbeit zum Besseren zu verändern.

Marzolino/shutterstock.com
von
Thomas Vašek
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Wirtschaft

Schlechte Arbeit nimmt uns Chancen, sie raubt uns Zeit und hindert uns am Guten Leben

Die Arbeit macht uns krank, sie frisst uns auf, sie zerstört unser Leben! So lautet der Alarmruf unserer Zeit. Auf den Titelbildern von Zeitschriften sieht man Menschen mit grauen Gesichtern, die in Businesskleidung auf dem Boden kauern. »Ausgebrannt«, »Total erschöpft«, »Raus aus der Stressfalle« sind die typischen Schlagzeilen zur Seelenlage der deutschen Arbeitnehmer.

Zwei Drittel der Deutschen sind unzu­frieden im Job, heißt es in aktuellen Umfragen. Zugleich nehmen die Krankheitstage wegen Burn-out und anderer seelischer Störungen dramatisch zu. Psychologen und Soziologen warnen vor den psychosozialen Auswirkungen eines entfesselten Kapitalismus, der uns alle ins tägliche Hamsterrad zwingt.

Arbeit ist paradox. Einerseits erscheint sie uns als Zumutung, die uns am wahren Leben hindert. Andererseits identifizieren wir uns mit unserer Arbeit, wir ziehen aus ihr Befriedigung und Sinn – und brauchen sie für unser psy­chisches Wohlbefinden. Sicher kann Arbeit unglücklich machen. Aber am unglücklichsten sind oft jene, die gar keine Arbeit haben.

Arbeit formt unsere Identität, sie vermittelt Selbstachtung und Anerkennung. Zugleich hält sie die Gesell­schaft zusammen. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Europa müssen wir die Frage der Arbeit ins Zentrum der gesellschaftlichen Debatte rücken. Aber was ist »gute« Arbeit? Und wie können wir sie schaffen?

Die Frage der Arbeit entzweit die Philosophen seit Jahrhunderten. Im Wesentlichen lassen sich »instrumentelle« und »expressive« Theorien der Arbeit unterscheiden. Nach dem instrumentellen Modell, das auf Aristoteles zurückgeht, ist Arbeit ein bloßes Mittel zum Zweck. Demnach arbeiten wir, um Güter zu produzieren und unsere Existenz zu sichern. Gute Arbeit erzeugt also äußere Werte, sie misst sich an...

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Nr. 4/2014