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Sport

Langer Atem!

Kein Golfer auf dieser Welt ist so erfolgreich und beständig wie Bernhard Langer. Der 57-jährige Deutsche, der vor 30 Jahren sein erstes US-Masters gewann, „will immer noch besser werden“. Was und wie viel er dafür tut, erlebten Detlef Hennies und Stefan von Stengel in Langers Wahlheimat Boca Raton hautnah mit!

STEFAN VON STENGEL
von
Detlef Hennies
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Sport

Guten Morgen, hier ist Bernhard. Wenn es euch passt, können wir uns zwischen 10 und 11 Uhr im Adios treffen. Ihr habt doch ein Navi, oder?“ Haben wir, klar, und wenn nicht, hätten wir es bei diesem Telefonat nicht zugegeben. Denn eines ist klar: Wer so intensiv wie wir in die Saisonvorbereitung eines Weltklasse-Athleten einfallen möchte, sollte entsprechend gut vorbereitet sein. Und nicht schon bei der Anfahrt die Nerven verlieren…

„Im Adios“, hat Bernhard gesagt. Das klingt hier, in Boca Raton, eher nach einem Frühstücks-Café oder spanisch-mexikanischen Restaurant. Tatsächlich verbirgt sich hinter der schweren, gusseisernen Pforte ein gediegener Golfclub mit einem richtig guten Platz. Manager Joseph R. Burch begrüßt uns mit breitem Lächeln und freundlichen Worten: „Herzlich willkommen. Bernhard wartet schon. Ich bringe euch hin.“

Der Weg führt über blank gewienerte Stufen eine Treppe hinab, durch den Proshop und von dort direkt auf die Range. Rechts üben ein paar deutlich ältere Herren, die immer noch gut in Schwung sind. Ein wenig weiter links aber trainiert jemand, der sich sportlich in einer ganz anderen Welt bewegt: Bernhard Langer.

Siebenundfünfzigeinhalb ist der Mann aus dem schwäbischen Anhausen inzwischen, seit mehr als 40 Jahren Profi. Er hat zweimal das US-Masters und den World Cup gewonnen, dazu mehr als 80 weitere große Turniere in allen Ecken der Welt.

„Der Beständige“ oder dann doch eher „der Boss“?

Die 70er-Jahre

Sportlich: Bernhard erklärt sich 1974, nach seiner Ausbildung bei Heinz Fehring zum Golflehrer, mit gerade mal 16 Jahren zum Profi. 1975 beginnt die Zusammenarbeit mit Coach Willi Hofmann, die bis heute hält. 1976 schafft Bernhard den Sprung auf die European Tour. 1979 gewinnt er die Weltmeidsterschaft der Unter-25-Jährigen (Cacharel Open) mit 17 Schlägen Vorsprung.

Persönlich: Während der Grundausbildung bei der Bundeswehr erleidet Bernhard einen schweren Bandscheibenvorfall, der noch heute nachwirkt. Schon…

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Nr. 3/2015