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Ganz weit vorn… und noch lange nicht am Ziel!

Jordan Spieth brach bei seinem Masters-Sieg so ziemlich alle Rekorde. Mit einem faszinierend abgeklärten und überlegenen Auftritt gewann der erst 21-jährige Amerikaner sein erstes Major, dem noch viele folgen dürften

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von
Detlef Hennies
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Erst kam er nicht so richtig rein, dann war das Grüne Jackett auch noch viel zu groß! Das war aber auch das Einzige, was Jordan Spieth nicht hundertprozentig passte an diesem bedeckten Sonntag in Augusta, Georgia. Mit dem Triumph beim US-Masters erfüllte sich der Amerikaner den „Traum meiner Jugend“. Und weil er ja gerade mal 21 Jahre alt ist, kann er sich daran noch „in allen Einzelheiten“ erinnern. War ja quasi gestern…

Darf ich Sie mitnehmen zur Siegerehrung? Vor gut 15 Minuten hat Spieth den letzten Putt gelocht und sich damit sein erstes Major-Turnier gesichert. Jetzt sitzt er da, ziemlich aufrecht und ziemlich aufgeregt, auf einem edelhölzernen Stuhl auf dem Putting-Grün des Augusta National Golf Clubs. Neben sich Bubba Watson, den Sieger des Vorjahres – und damit auch den offiziellen „In-die-Jacke-Helfer“. Ein paar launige und lobende Worte von Club-Chairman Billy Payne (das ist übrigens der einzige, der offiziell für und über den Club sprechen darf), und schon sind wir bei dem Kleidungsstück, das jedem Golfprofi lieber ist als alle anderen auf dieser Welt – das Grüne Sakko des US-Masters-Champions!

Jordan steht also auf, Bubba ebenfalls, das Jackett aufgeschlagen in den Händen. Das Anziehen gleicht allerdings eher einem Überstülpen, das wohl jeder kennt, der einer Dame in den Mantel hilft, die diesen Service nicht gewohnt ist. Heißt: Spieth reckt seine Arme nach hinten und schräg oben, anstatt sie dezent nach hinten unten zu führen.

Irgendwie aber klappt es dann auch bei und mit Jordan, obwohl er das gute Stück noch mehrmals zurechtzupfen muss. Was auch daran liegt, dass das Sakko viel zu groß ist – und deshalb in den Armbeugen deutlich ondulierter als die meisten Grüns in Augusta. Wie auch immer: Spieth ist jetzt deutlich erkennbar der amtierende Masters-Champion!

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Nr. 5/2015