Lesezeit 15 Min
Kultur

Ulrich Tukur

„Wenn man immer nur rast, verliert man sich.“

Bjoern Deutschmann / Shutterstock.com
von
Sylvie-Sophie Schindler
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Kultur

Zur Person

Ulrich Tukur kam 1957 im hessischen Viernheim als Ulrich Gerhard Scheurlen zur Welt. Das Studium der Germanistik, Anglistik und Geschichte finanzierte er sich als Musiker. 1980 wurde er an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart angenommen. Der Regisseur Peter Zadek engagierte ihn 1984 an der Freien Volksbühne Berlin und nahm ihn mit ans Hamburger Schauspielhaus. Es folgten Film- und Fernsehrollen wie die des Stasi-Leutnants in „Das Leben der Anderen“, des „Tatort“-Ermittlers Felix Murot oder des Generalfeldmarschalls „Rommel“. 1995 gründete er Ulrich Tukur und die Rhythmus Boys. 2007 erschien mit „Die Seerose im Speisesaal“ das literarisches Debüt des Grimme-Preis-Trägers.

Berlin. Es ist ein Raum wie für Diven gemacht, die Greta-Garbo-Suite im altehrwürdigen Hotel Savoy. Die Sessel und Vorhänge lachsrosa, das ausladende Bett von elfenbeinfarbenen Marmorsäulen eingerahmt. Wie aus der Zeit gefallen scheint auch die Begegnung mit Ulrich Tukur. Mag sein, dass es an seinen Filmrollen liegt, die oft in den Dreißiger- bis Vierzigerjahren verortet sind. Oder daran, dass der Schauspieler sich im Heute nur wenig beheimatet fühlt. Obwohl er nach vielen Interviews gesteht, hundemüde zu sein, entfaltet sich das Gespräch wie von selbst. Und wer den Glauben an die Liebe verloren hat, darf wieder hoffen: Ulrich Tukur erzählt eine ganz außergewöhnliche Liebesgeschichte. Seine eigene.

Herr Tukur, haben Sie heute schon geduscht?

Ja, das habe ich. Ich stand in einer Badewanne, der Duschkopf wackelte, und der Duschvorhang ist ständig an der Haut hängen geblieben. Es war also ein sehr schräges Duschen heute Morgen.

Warum antworten Sie darauf?

Weil Sie mich gefragt haben.

Darf mich das überhaupt…

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Nr. 19/2016