Lesezeit 21 Min
Gesellschaft

Tasso e.V.

Hunde, Katzen und Happy Ends

KATRIN BINNER
von
Hendrik Heisterberg
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Gesellschaft

Zur den Personen

Der gebürtige Schwede Philip McCreight kam 1972 als Fünfjähriger mit seiner Familie nach Deutschland. Er studierte Kunstpädagogik, Biologie und Psychologie in Frankfurt und begleitet den Verein seit dem Gründungsjahr 1982. Er ist verheiratet und hat vier Kinder. Mike Ruckelshaus engagiert sich seit über 30 Jahren im Tierschutz, früher als parlamentarischer Referent im hessischen Landtag für die tierschutzpolitische Sprecherin von Bündnis 90/ Die Grünen, danach als Leiter und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bundes gegen den Missbrauch der Tiere in der Landesgeschäftsstelle Hessen. Seit Ruckelshaus den Bereich Tierschutz bei Tasso 2011 Jahren übernommen hat, ist die Abteilung langsam, aber stetig gewachsen. Heute unterstützen ihn vier Kolleginnen.

Wer in Deutschland einen Hund oder eine Katze hält, kennt mit großer Wahrscheinlichkeit TASSO e.V. Seit 1982 verwaltet der spendenbasierte Verein das heute größte deutsche Haustierregister. Rund um die Uhr sorgen die Mitarbeiter in der Telefon-Notrufzentrale dafür, dass tausende verirrte und entlaufene Haustiere wieder nach Hause zurückkehren können. Mit einer Basis von über 5,5 Millionen Tierhaltern nutzt der Verein darüber hinaus sein großes Potenzial als Tierschutzorganisation. In Projekten, Kampagnen und politischer Arbeit engagiert er sich für sein größtes Anliegen: „Responsible Ownership“, den verantwortungsvollen Umgang mit Haus- und Nutztieren.

Zora rennt

Der 13. September 2016 ist ein heißer Tag in Sulzbach am Taunus. Nichts und niemand rührt sich, im Hof der Firma für Gastronomie-Einrichtungen geht kein Lüftchen. Die kleine Hundedame Zora liegt im Schatten und langweilt sich. Seit Stunden spricht ihr Frauchen Stefanie Kohn mit den Porzellanfabrikanten, alle anderen Mitarbeiter sind ausgeflogen. Zora streckt sich, steht auf, nimmt einen Schluck Wasser aus dem Blumentopf und wirft einen müden Blick in Richtung Straße. Vielleicht ist es ihr spanisches Temperament, vielleicht die Abenteuerlust, die in der Spätsommerhitze mit ihr durchgeht. Unbemerkt von ihrem Menschen trippelt Zora über den Firmenparkplatz bis auf die Bahnstraße und läuft los, immer geradeaus auf dem Trottoir. Nach ein paar hundert Metern hat sie genug, biegt in einen Hof ein und setzt sich in den Schatten. Gerade will sie sich hinlegen und dösen, da hört sie eine Frauenstimme: „Wer bist du denn? Hast du dich verlaufen? Wo gehörst du hin? Gut, dich bringe ich am besten zu Tasso.“ Das Wort steht auf der Plakette an Zoras Halsband.

Vor gut einem Jahr ist Tasso aus Hattersheim am Main in die modernen Geschäftsräume an der Otto-Volger-Straße in Sulzbach umgezogen, wenige…

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Nr. 19/2016