Lesezeit 18 Min
Gesellschaft

Steffen Rolke

„Unsere Hilfestellung wird immer eine Intervention von außen sein.“

INGENIEURE OHNE GRENZEN
von
Sven Sakowitz
Lesezeit 18 Min
Gesellschaft

Zur Person

Steffen Rolke wurde 1974 in Marburg geboren. Nach dem Abitur studierte er Wirtschaftswissenschaften in Marburg und Berlin mit den Schwerpunkten Entwicklungstheorie und -politik, Umweltmanagement, Wirtschaftsgeographie und Regionalpolitik. Seit 2002 reist Rolke regelmäßig für Projekte der Entwicklungszusammenarbeit ins Ausland. Für Organisationen wie atmosfair und die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit war er in Argentinien, Afghanistan, Montenegro und im Jemen. 2008 trat er Ingenieure ohne Grenzen bei, seit Januar 2010 ist er dort Leiter der Projektkoordination. Steffen Rolke ist verheiratet, Vater eines Sohnes und segelt in seiner Freizeit leidenschaftlich gern auf dem Wannsee und der Ostsee.

Berlin. Mehr als 70 Organisationen haben Räume im Haus der Demokratie und Menschenrechte gemietet – und es ist gar nicht so einfach, die Tür der INGENIEURE OHNE GRENZEN zu finden. Doch dann ist es geschafft, „3 x klingeln“ steht auf dem Schild, und schon bittet Steffen Rolke in den kleinen Konferenzraum. Seit 2010 ist Rolke Leiter der Projektkoordination, die für alle Initiativen der Hilfsorganisation die Verantwortung trägt. Bei Kaffee und Wasser erzählt er anschaulich von der Erdbeben-Nothilfe in Nepal, dem Aufbau von Wasserzisternen in Tansania sowie den größten Herausforderungen bei der Entwicklungszusammenarbeit.

Herr Rolke, im April 2015 ereignete sich in Nepal die vermutlich größte Naturkatastrophe in der Geschichte des Landes. Bei mehreren Erdbeben kamen insgesamt fast 9.000 Menschen ums Leben, 22.000 wurden verletzt, es gab gewaltige Zerstörungen. Als Projektmanager von Ingenieure ohne Grenzen sind Sie knapp vier Wochen später nach Nepal gereist. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?

Wir arbeiten schon seit einigen Jahren mit einer Partnerorganisation in Nepal zusammen. In der Vergangenheit haben wir zum Beispiel gemeinsam die einzige Wasserkraftanlage eines Dorfes repariert sowie für eine zuverlässige Energieversorgung des Krankenhauses in Sankhu gesorgt. Beides waren typische Projekte für Entwicklungszusammenarbeit, wie wir sie uns vorstellen. Kurz gesagt wollen wir mit unserer Arbeit die Lebensbedingungen notleidender Menschen…

Jetzt weiterlesen für 0,58 €
Nr. 20/2016