Lesezeit 18 Min
Kultur

Peter Berling

 „Kein Dolce Vita kann sich auf Dauer halten.“

PHILIPP VON DITFURTH
von
Marcus Ertle
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Kultur

Zur Person

Peter Berling wurde am 20. März 1934 in Meseritz-Oberwald geboren. Er wuchs in Berlin und Osnabrück auf und verließ das Gymnasium ohne Abitur. Zunächst absolvierte er eine Maurerlehre und studierte anschließend ein Semester lang Architektur, danach Grafik an der Akademie der Bildenden Künste in München. Er wirkte als Darsteller in mehr als 130 Filmen mit, etwa unter der Regie von Werner Herzog, Martin Scorsese, Helmut Dietl, Volker Schlöndorff sowie in Filmen von Helge Schneider. Über Fassbinder verfasste Berling die biografische Schrift „Die 13 Jahre des Rainer Werner Fassbinder“, in der er detailliert Leben und Arbeit des Regisseurs beschreibt. Peter Berling lebt in Rom.

Rom. Die Stimme, die aus dem Telefon kommt, will so gar nicht zu Peter Berling passen, diesem großen, schweren und immer auch etwas einschüchterndem Schauspieler. So wie er in seiner bisherigen Karriere zwischen mehr als 130 verschiedenen Filmrollen hin- und herpendelte, so scheint auch der „echte“ Berling im Verlaufe des Gesprächs mehrfach die Rollen zu wechseln: von flapsig und mürrisch zu verspielt und draufgängerisch und wieder zurück. Die entsprechenden Geschichten hat der Mann in jedem Fall auf Lager. Und so kreist die Unterhaltung um wahre Liebe, doofe Greise, die Unmöglichkeit Gottes und Klaus Kinskis Tennistalent.

Herr Berling, was gab es heute Morgen zum Frühstück?

Peter Berling: Obstsalat mit geschnetzelter Gewürzgurke und Ingwerscheiben.

Wie muss man sich einen normalen Tagesablauf bei Ihnen vorstellen?

Ich stehe gegen elf, zwölf Uhr auf, nur montags, mittwochs und freitags eine Stunde früher, weil da der Physiotherapeut kommt. Nach dem Aufstehen gehe ich unter die kalte Dusche, auch im Winter. Ich habe eine Doppeldusche, damit kann ich kalt und heiß gleichzeitig duschen, das ist eine sehr raffinierte Dusche. Aber ich fange immer mit eiskalt an, das bin ich seit meiner Internatszeit so gewohnt. So gegen zwölf ziehe ich mich an und gehe rüber in mein Restaurant und mache mir beim Buffet einen ziemlich kleinen Teller mit etwas Bratkartoffeln und viel Gemüse. Kein Fleisch. Dazu eine Flasche Mineralwasser und dann zwei Espresso mit jeweils einem Minitäfelchen Bitterschokolade, alles ohne Zucker, wegen meines Diabetes. Dann gehe ich…

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Nr. 6/2015