Lesezeit 13 Min
Kultur

Leon Bridges

„Was wäre ich für ein Soulsänger, wenn ich nicht auch über gebrochene Herzen sänge?“

THOMAS DUFFEUE
von
Sascha Krüger
Lesezeit 13 Min
Kultur

Zur Person

Leon Bridges kam am 13.7.1989 in Atlanta/Georgia zur Welt und wuchs in Fort Worth/Texas auf. Zunächst überlegte der junge Mann, der von sich selber glaubte, „kein bestimmtes Talent zu besitzen“, Tänzer zu werden. Mit 22 griff er, zu dieser Zeit Tellerwäscher in einem Diner, erstmals zur Gitarre, um einen Song für seine Mutter zu schreiben. Diesen sowie zwei weitere Songs nahm er auf Einladung der Band White Denim in deren Studio in Texas auf und verschrieb sich dabei dem Soul-Sound der Fünfziger- und Sechzigerjahre. Nur wenige Wochen später meldeten Dutzende Platenfirmen ihr Interesse an. Ende 2014 nahm Bridges sein Debütalbum „Coming Home“ auf, das Ende Juni weltweit erschien. Seither tourt er als einer der erfolgversprechendsten neuen Soulsänger in der Tradition großer Stimmen wie Sam Cooke und Otis Redding um die Welt.

Hamburg. Ein Hauch von Entdeckerfreude liegt in der Luft. Vor seinem Konzert am Abend treffen wir den Sänger und Gitarristen Leon Bridges, der unter großer medialer Aufmerksamkeit innerhalb von 18 Monaten vom Tellerwäscher zum Retter des Retro-Soul wurde. Der Sänger und Gitarrist wirkt noch jugendlicher als auf den bislang bekannten Fotos – und doch reflektiert er gründlich die Veränderung der Soulmusik über die vergangenen fünf Jahrzehnte, das Wesen eines guten Songs sowie die ihm zugedachte Rolle, der Otis Redding oder Sam Cooke für das 21. Jahrhundert zu sein. Bridges spricht bedächtig und überlegt, bricht zuweilen ab und setzt neu an. In all dem steckt der Wunsch, sich und seine Musik korrekt zu vermitteln.

Herr Bridges, Ihre Songs klingen, und das ist als…

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Nr. 7/2015