Lesezeit 13 Min
Kultur

Justin Sullivan

„Plötzlich merkt man, wie sich das Leben anfühlt – und es haut einen um.“

ALBRECHT FUCHS
von
André Boße
Lesezeit 13 Min
Kultur

Zur Person

Justin Sullivan, geboren 1956 in Jordans, Buckinghamshire, gründet Anfang der Achtzigerjahre zusammen mit zwei Freunden in Bradford die Band New Model Army. Die Gruppe erspielt sich früh einen guten Ruf als Anti-Establishment-Formation. Bei einem frühen TV-Auftritt kündigt der Moderator New Model Army als „hässlichste Band der Welt an“, was Sullivan schon damals eher lustig als ärgerlich fand. Bis Ende der Achtzigerjahre erspielt sich die Band immer mehr Fans, das Album „Thunder & Consolation“ (1989) gilt als kreativer und kommerzieller Höhepunkt. Danach etablierte sich die Band trotz einiger Besetzungswechsel als Gruppe mit unglaublich loyaler Fanbasis. Justin Sullivan lebt zusammen mit der Poetin Joolz Denby. Die Beziehung der beiden ist innig – aber platonisch.

Köln. Die große Überraschung bei der Begegnung in einem Kölner Hotel: Die Zahnlücke ist weg! Seit Justin Sullivan Anfang der Achtzigerjahre als Sänger und Chef der Band New Model Army in der Szene auftauchte, war der fehlende Schneidezahn sein Markenzeichen. Nun ist das Gebiss vollzählig, wenn auch nicht strahlend weiß. Über solche Oberflächlichkeiten sollte man mit dem Nordengländer jedoch nicht sprechen. Es gibt Spannenderes: New Model Army gibt es seit mehr als 30 Jahren. Die Band war nie total angesagt, hat aber äußerst treue Fans. Würde man Bands in Klassen einteilen, wären sie die stolze Mittelschicht, also genau jene, die der westlichen Welt gerade wegbricht. Ein Gespräch über Eigensinn und Erfolg, Politik und den nahenden Winter.

Herr Sullivan, können Sie sich noch an den Moment erinnern, als Sie zum leidenschaftlichen Rockfan wurden?

Es…

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Nr. 18/2016